Wie stark verringert eine schlechte Passform die Filterleistung einer FFP2-Maske?
Eine schlechte Passform verringert die Schutzwirkung einer FFP2-Maske drastisch. Während das Filtermaterial selbst meist über 94 % (oft sogar über 99 %) der Partikel zurückhält, ist die Passform die eigentliche Schwachstelle.
Hier sind die Fakten zur Verringerung der Filterleistung:
1. Die Filterleistung kann um mehr als die Hälfte einbrechen
Studien (unter anderem vom Max-Planck-Institut und der FH Münster) zeigen, dass bereits kleine Lücken dazu führen, dass die Maske ihre Schutzfunktion weitgehend verliert.
- Idealer Sitz: Die Filterleistung liegt bei > 95 %. Das Infektionsrisiko ist minimal.
- Schlechter Sitz: Bei größeren Lücken (z. B. an der Nase oder den Wangen) kann die effektive Schutzwirkung auf unter 30 % bis 50 % sinken. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Atemluft ungefiltert an der Maske vorbeigeschleust wird.
2. Das Prinzip des geringsten Widerstands
Luft ist „faul“. Sie sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands.
- Das Filtermaterial einer FFP2-Maske ist sehr dicht und bietet einen gewissen Atemwiderstand.
- Eine Lücke zwischen Haut und Maskenrand bietet gar keinen Widerstand.
- Schon eine Lücke, die nur 1 bis 2 % der Maskenoberfläche ausmacht, kann dazu führen, dass bis zu 50 % der eingeatmeten Luft ungefiltert durch diese Lücke strömt (der sogenannte „Bypass-Effekt“).
3. Der „Bart-Faktor“
Ein Bart ist einer der häufigsten Gründe für eine schlechte Passform. Untersuchungen zeigen, dass bereits ein Drei-Tage-Bart die Dichtigkeit so stark beeinträchtigt, dass die Maske nicht mehr als FFP2-Schutz gewertet werden kann. Die Haare wirken wie kleine Abstandshalter, durch die die Luft ungehindert ein- und ausströmen kann.
4. Infektionsrisiko im Vergleich
Das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation hat dies konkret berechnet:
- Wenn zwei Personen FFP2-Masken mit idealem Sitz tragen, liegt das Infektionsrisiko selbst nach 20 Minuten bei weniger als 0,1 %.
- Sitzen die Masken schlecht (z. B. Nasenbügel nicht fest angedrückt), steigt das Risiko auf etwa 4 %. Das klingt wenig, ist aber im Vergleich zum idealen Sitz ein 40-fach höheres Risiko.
Woran erkennt man eine schlechte Passform?
- Beschlagene Brille: Wenn die Brille sofort beschlägt, entweicht Luft am Nasenbügel.
- Fehlendes „Wölben“: Eine gut sitzende Maske sollte sich beim Einatmen leicht zusammenziehen und beim Ausatmen leicht aufblähen. Passiert das nicht, strömt die Luft an den Seiten vorbei.
- Luftzug an den Augen: Wenn man beim Ausatmen einen Luftzug an den Augen spürt, ist der Nasenbügel nicht korrekt angepasst.
Fazit
Eine schlecht sitzende FFP2-Maske schützt oft kaum besser als eine einfache OP-Maske, da der Großteil der Luft am Filter vorbeigeht. Die wichtigste Maßnahme ist das sorgfältige Festdrücken des Nasenbügels und die Wahl einer Maskengröße, die zum Gesicht passt.