Warum beeinträchtigt ein Bart die Schutzwirkung einer FFP2-Maske?
Ein Bart beeinträchtigt die Schutzwirkung einer FFP2-Maske vor allem deshalb, weil er den Dichtsitz der Maske verhindert. Hier sind die physikalischen und technischen Gründe im Detail:
1. Das Prinzip des „Dichtsitzes“
Eine FFP2-Maske (Filtering Face Piece) funktioniert nur dann optimal, wenn die gesamte eingeatmete Luft durch das Filtermaterial strömt. Damit das passiert, muss der Rand der Maske lückenlos und fest auf der Haut abschließen.
2. Barthaare als „Abstandshalter“
Barthaar ist im Vergleich zur Haut sehr steif und dick. Selbst bei einem Dreitagebart wirken die einzelnen Haare wie winzige Stützen, die das Vlies der Maske von der Gesichtshaut wegdrücken. Dadurch entstehen mikroskopisch kleine (und manchmal sogar sichtbare) Lücken zwischen Haut und Maske.
3. Der Weg des geringsten Widerstands
Luft ist „faul“: Sie sucht sich beim Einatmen immer den Weg des geringsten Widerstands.
- Das Filtermaterial einer FFP2-Maske ist sehr dicht und bietet einen gewissen Widerstand.
- Die Lücken, die durch Barthaare entstehen, bieten fast keinen Widerstand.
In der Folge strömt ein erheblicher Teil der Luft (und damit auch die darin enthaltenen Aerosole oder Partikel) ungefiltert an der Seite der Maske vorbei direkt in die Atemwege. Man nennt dies „Leckage“.
4. Massive Reduktion der Filterleistung
Untersuchungen haben gezeigt, dass die Schutzwirkung bei Bartträgern drastisch sinkt:
- Glatt rasiert: Eine gut sitzende FFP2-Maske kann über 94 % der Partikel filtern.
- Mit Bart: Die Filterleistung kann je nach Bartdichte und -länge auf unter 50 % oder sogar noch weniger abfallen. In diesem Fall bietet die FFP2-Maske kaum mehr Schutz als eine locker sitzende OP-Maske oder ein Tuch.
5. Welche Bärte sind problematisch?
Grundsätzlich gilt: Überall dort, wo der Rand der Maske aufliegt, muss die Haut glatt sein.
- Vollbärte, Dreitagebärte und lange Koteletten sind besonders kritisch, da sie die Dichtlinie unterbrechen.
- Ein kleiner Oberlippenbart (Schnurrbart), der komplett innerhalb der Maske liegt und den Rand nicht berührt, beeinträchtigt die Schutzwirkung normalerweise nicht.
Fazit für den Arbeitsschutz
In Berufen, in denen das Tragen von FFP2- oder FFP3-Masken aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben ist (z. B. im Krankenhaus oder im Umgang mit Gefahrstoffen), gilt oft eine strikte Rasurpflicht. Nur bei glatt rasierter Haut kann durch einen sogenannten „Fit-Test“ garantiert werden, dass die Maske ihre volle Schutzwirkung entfaltet.