Worin unterscheidet sich Kleister für Papiertapeten von Kleister für Vliestapeten?

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Der Hauptunterschied zwischen Kleister für Papiertapeten und Kleister für Vliestapeten liegt in der Zusammensetzung, der Klebkraft und vor allem in der Art der Verarbeitung.

Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Detail:

1. Die Verarbeitung (Wand vs. Tapete)

Dies ist der praxisrelevante Hauptunterschied:

  • Papiertapeten-Kleister: Er wird auf die Rückseite der Tapete aufgetragen. Die eingekleisterte Tapete muss dann zusammengefaltet werden und ca. 5 bis 10 Minuten einweichen.
  • Vlieskleister: Er wird direkt auf die Wand aufgetragen („Wandklebetechnik“). Die trockene Vliestapete wird dann direkt in das Kleisterbett an der Wand gebettet.

2. Die Inhaltsstoffe und Klebkraft

  • Papiertapeten-Kleister: Besteht meist aus reiner Methylcellulose (Stärke). Er hat eine gute Anfangshaftung, bleibt aber lange korrigierbar.
  • Vlieskleister: Enthält zusätzlich Kunstharzanteile. Da Vliestapeten oft schwerer sind als Papiertapeten, benötigt der Kleister eine höhere Soforthaftung und eine stärkere Klebkraft, damit die Bahnen nicht von der Wand rutschen, während man sie ausrichtet.

3. Dimensionsstabilität (Dehnungsverhalten)

  • Papiertapeten: Papier dehnt sich aus, wenn es feucht wird, und zieht sich beim Trocknen wieder zusammen. Deshalb ist die Einweichzeit beim Papiertapeten-Kleister so wichtig. Der Kleister ist darauf ausgelegt, diese Bewegung mitzumachen.
  • Vliestapeten: Sie sind „dimensionsstabil“. Das heißt, sie dehnen sich bei Feuchtigkeit nicht aus und schrumpfen nicht. Der Vlieskleister muss also keine Dehnungsprozesse ausgleichen, sondern lediglich eine starke Verbindung zwischen dem stabilen Vlies und der Wand herstellen.

4. Konsistenz und Spritzverhalten

  • Papiertapeten-Kleister: Ist oft etwas dünnflüssiger, damit er gut in die Papierfasern einziehen kann.
  • Vlieskleister: Ist meist etwas dickflüssiger und „spritzarm“ eingestellt. Da er mit der Rolle direkt auf die Wand aufgetragen wird, soll er nicht tropfen oder spritzen.

5. Spätere Entfernung

  • Vlieskleister ist in der Regel so konzipiert, dass er in Kombination mit der Vliestapete eine Verbindung eingeht, die es ermöglicht, die Tapete Jahre später trocken und bahnenweise wieder von der Wand abzuziehen.
  • Papiertapeten-Kleister verbindet sich so fest mit dem Papier, dass man die Tapete meist nass machen und mit dem Spachtel mühsam abkratzen muss.

Zusammenfassung: Kann man den falschen Kleister nehmen?

  • Vlieskleister für Papiertapeten? Ja, das funktioniert technisch meistens (wenn man die Einweichzeit beachtet), ist aber teurer und unnötig stark.
  • Normaler Kleister für Vliestapeten? Nein, davon ist abzuraten. Die Klebkraft reicht oft nicht aus, die Tapete könnte Blasen werfen oder sich an den Kanten lösen, und der Vorteil des trockenen Abziehens geht verloren.

Tipp: Achten Sie beim Kauf auf die Aufschrift „Vlies“ oder „Spezial“ (für schwere Tapeten). Vlieskleister ist meistens durch eine blaue oder pinke Markierung auf der Packung erkennbar.