Wie lange ist die typische Einweichzeit bei Vliestapeten?
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Die kurze Antwort lautet: Vliestapeten haben gar keine Einweichzeit.
Das ist einer der größten Vorteile gegenüber herkömmlichen Papiertapeten. Hier sind die Details, warum das so ist und wie man sie stattdessen verarbeitet:
1. Warum keine Einweichzeit?
Vliestapeten bestehen aus einer Kombination von Zellulose und Textilfasern. Diese Materialien sind dimensionsstabil. Das bedeutet:
- Sie dehnen sich nicht aus, wenn sie feucht werden.
- Sie ziehen sich beim Trocknen nicht zusammen.
- Papiertapeten hingegen müssen einweichen, damit sie sich vor dem Anbringen an der Wand bereits "ausdehnen" können. Würde man das bei Papiertapeten nicht tun, gäbe es Blasen oder Falten an der Wand.
2. Die Wandklebetechnik
Da die Vliestapete nicht einweichen muss, nutzt man die sogenannte Wandklebetechnik:
- Wand einkleistern: Der spezielle Vlieskleber wird direkt mit einer Rolle oder Bürste bahnenweise auf die Wand aufgetragen.
- Trockene Tapete anbringen: Die trockene Tapetenbahn wird direkt in das Kleberbett gelegt und angedrückt.
- Zuschneiden: Oben und unten wird die Tapete direkt an der Wand passend gekürzt.
3. Was passiert, wenn man sie trotzdem einweicht?
Man könnte Vliestapeten theoretisch auch wie Papiertapeten einkleistern (wenn man keinen Platz zum Wand-Einkleistern hat), aber man darf sie nicht zusammenfalten und liegen lassen.
- Das Risiko: Wenn das Trägermaterial zu nass wird, wird die Tapete schwerer und kann instabil werden. Zudem verliert man den Vorteil der sauberen und schnellen Verarbeitung.
Wichtige Tipps für Vliestapeten:
- Der richtige Kleister: Verwenden Sie unbedingt speziellen Vlies-Tapetenkleister. Dieser spritzt weniger und hat eine höhere Anfangshaftung, damit die trockene Bahn sofort hält.
- Der Untergrund: Da Vliestapeten oft etwas transparenter sein können als dicke Papiertapeten, sollte der Untergrund farblich gleichmäßig sein (am besten mit einem pigmentierten Tapetengrund vorbehandeln).
- Späteres Entfernen: Vliestapeten lassen sich später meist restlos trocken von der Wand abziehen – auch das funktioniert nur, weil sie nicht eingeweicht wurden.
Zusammenfassend: Sie sparen sich den Tapeziertisch und die Wartezeit. Wand einkleistern, Tapete dran, fertig!