Woran erkennt man, dass ein S3-Stiefel aufgrund von Verschleiß nicht mehr sicher ist?
Sicherheitsschuhe der Klasse S3 sind dafür konzipiert, den Fuß vor schweren Verletzungen durch Quetschungen, Durchstiche und Nässe zu schützen. Da die Schutzfunktion bei Verschleiß massiv nachlassen kann, sollten Sie Ihre Stiefel regelmäßig prüfen.
Hier sind die wichtigsten Anzeichen, dass ein S3-Stiefel nicht mehr sicher ist und ausgetauscht werden muss:
1. Beschädigungen an der Zehenschutzkappe
- Sichtbare Kappe: Wenn das Obermaterial (Leder/Synthetik) über der Zehenkappe so weit durchgescheuert ist, dass die Metall- oder Kunststoffkappe sichtbar wird, ist der Schuh instabil.
- Verformung: Hat die Kappe einmal einen schweren Schlag oder Druck abgekriegt und ist leicht eingedellt, muss der Schuh sofort ersetzt werden. Das Material kann geschwächt sein und beim nächsten Unfall nachgeben.
2. Zustand der Laufsohle
- Profiltiefe: Das Profil dient der Rutschhemmung (SRC/SRA/SRB). Wenn das Profil an einigen Stellen glattgelaufen ist (meist unter dem Ballen oder an der Ferse), besteht akute Rutschgefahr.
- Risse und Ablösungen: Wenn sich die Sohle vom Obermaterial löst (Sohlenablösung), ist die Stabilität nicht mehr gewährleistet. Tiefe Risse in der Sohle (bis auf die Zwischensohle) beeinträchtigen die Schutzwirkung.
- Hydrolyse (Zerbröseln): Bei älteren Schuhen (oft nach 5-7 Jahren, auch wenn sie im Schrank standen) wird das PU-Material der Sohle spröde und zerbröselt buchstäblich. Wenn die Sohle klebrig ist oder Stücke herausbrechen, ist der Schuh Schrott.
3. Durchtrittschutz (Die „S3-Spezifität“)
- Sichtbare Beschädigung: Wenn ein Nagel oder ein scharfer Gegenstand die Sohle so weit durchdrungen hat, dass die interne Stahl- oder Textilzwischensohle beschädigt wurde, ist der Schutz nicht mehr garantiert.
- Fremdkörper: Stecken Metallspäne oder Glas tief in der Sohle fest, können diese bei jedem Schritt weiter in das Material gedrückt werden und die Schutzschicht zerstören.
4. Obermaterial und Wasserfestigkeit
- Tiefe Risse im Leder: S3-Schuhe müssen wasserabweisend sein. Sind im Knickbereich (oberhalb der Zehen) tiefe Risse, dringt Feuchtigkeit ein. Das beeinträchtigt nicht nur den Komfort, sondern kann auch die interne Struktur (z. B. Textil-Durchtrittschutz) schwächen.
- Instabiler Schaft: Wenn der Fersenbereich so weich getreten oder das Innenfutter an der Ferse so aufgerissen ist, dass der Fuß keinen festen Halt mehr hat, steigt das Risiko für Umknickunfälle massiv an.
5. Das Innenleben
- Verschlissenes Futter: Löcher im Futter führen zu Blasenbildung und können dazu führen, dass man mit dem Fuß im Schuh „schwimmt“.
- Defekte Schnürung: Kaputte Ösen oder Haken verhindern, dass der Schuh fest am Fuß sitzt. Ein lockerer Sicherheitsschuh kann im Ernstfall nicht richtig schützen.
Die Faustregel für den Austausch:
Selbst wenn der Schuh optisch noch „okay“ aussieht, sollte er ersetzt werden, wenn:
- Ein schweres Objekt auf die Kappe gefallen ist.
- Man in einen spitzen Gegenstand (Nagel) getreten ist.
- Die Sohle Anzeichen von Zersetzung zeigt.
- Der Schuh älter als 5 bis 6 Jahre ist (aufgrund der Materialermüdung der Sohle).
Wichtig: Reparaturen an Sicherheitsschuhen (z. B. vom Schuster eine neue Sohle aufkleben lassen) führen in der Regel zum Erlöschen der Zertifizierung, es sei denn, sie werden vom Hersteller mit Originalteilen durchgeführt. Im Falle eines Arbeitsunfalls kann dies versicherungstechnische Probleme mit der Berufsgenossenschaft geben.