Woran erkennt man beim Kauf ein echtes Vollkornbrot?
Beim Kauf von echtem Vollkornbrot gibt es einige klare Kriterien, da der Begriff in Deutschland (und vielen anderen Ländern) gesetzlich geschützt ist. Man darf sich jedoch nicht von der Optik täuschen lassen.
Hier sind die wichtigsten Punkte, woran du echtes Vollkornbrot erkennst:
1. Die Bezeichnung „Vollkorn“
Das ist das wichtigste Merkmal: In Deutschland muss ein Brot, das als „Vollkornbrot“ verkauft wird, rechtlich gesehen zu mindestens 90 % aus Vollkornmehl oder -schrot bestehen.
- Steht nur „Mehrkornbrot“, „Vitalbrot“, „Fitnessbrot“ oder „Klosterbrot“ auf dem Etikett, ist es oft kein Vollkornbrot. Diese Namen sind Fantasiebezeichnungen und unterliegen nicht der 90-Prozent-Regel.
2. Die Zutatenliste (Der Blick auf die Rückseite)
Bei verpacktem Brot hilft ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe.
- Vollkorn an erster Stelle: Die erste Zutat in der Liste ist immer diejenige, die am meisten enthalten ist. Dort sollte „Roggenvollkornmehl“, „Weizenvollkornschrot“ oder „Dinkelvollkornmehl“ stehen.
- Vorsicht bei „Weizenmehl Type 550“: Erscheint ein Mehl mit Typenzahl an erster Stelle, handelt es sich um Auszugsmehl, nicht um das volle Korn.
3. Die Farbe ist kein Beweis (Die „Malzfalle“)
Ein häufiger Irrtum ist: „Dunkles Brot = Vollkorn“. Das stimmt oft nicht.
- Färbemittel: Viele Bäcker färben Weißbrote mit Malzextrakt, Zuckerrübensirup oder Karamellsirup dunkel, um ein gesundes Vollkorn-Image zu erzeugen.
- Echtes Vollkorn ist eher gräulich-braun oder erdig, aber nicht unbedingt tiefschwarz oder dunkelbraun glänzend.
4. Die Beschaffenheit und Körner
- Körner auf der Kruste: Sonnenblumenkerne oder Haferflocken außen auf dem Brot sagen nichts über das Mehl im Inneren aus. Auch ein Weißbrot kann außen körnig sein.
- Struktur im Inneren: Vollkornbrot ist meist kompakter, schwerer und feuchter als Weißbrot. Man sieht oft die kleinen Schalenteile des Korns (Kleie). Aber Vorsicht: Es gibt auch fein vermahlenes Vollkornbrot, das keine ganzen Körner enthält, aber trotzdem alle Nährstoffe liefert.
5. Das Gewicht
Vollkornmehl bindet mehr Wasser und enthält mehr Ballaststoffe. Ein echter Vollkornlaib fühlt sich im Vergleich zu einem gleich großen Weißbrot deutlich schwerer und massiver an.
6. Nachfragen beim Bäcker
Beim Handwerksbäcker gibt es oft keine Zutatenliste am Regal. Hier hilft nur fragen:
- „Ist das ein echtes Vollkornbrot nach Leitsatz (90 % Vollkornanteil)?“
- Bäcker sind verpflichtet, ein Zutatenverzeichnis bereitzuhalten, in das du auf Nachfrage einsehen darfst.
Zusammenfassung: Worauf du achten solltest
| Merkmal | Echtes Vollkornbrot | „Gefälschtes“ Vollkornbrot |
|---|---|---|
| Name | Muss „Vollkorn“ enthalten | „Mehrkorn“, „Dunkel“, „Fitness“ |
| Hauptzutat | Vollkornmehl / -schrot | Weizenmehl Typ 550 / Roggenmehl 997 |
| Farbe | Natürliches Braun/Grau | Sehr dunkel (durch Malz/Sirup) |
| Sättigung | Sättigt lange | Hunger kommt schnell zurück |
Tipp: Achte beim Discounter oder Supermarkt auf das Nutri-Score-Label. Vollkornbrote haben aufgrund des hohen Ballaststoffgehalts fast immer ein dunkelgrünes A.