Wie wird der Mohn auf der Oberfläche des Brötchens fixiert, damit er nicht abfällt?
Damit Mohn (oder auch Sesam und andere Körner) auf der Kruste von Brötchen haften bleibt und nicht beim ersten Anfassen abfällt, nutzen Bäcker verschiedene Techniken. Das Geheimnis liegt in der Kombination aus Feuchtigkeit und Stärke.
Hier sind die gängigsten Methoden:
1. Das „Abstreichen“ mit Wasser (Die einfachste Methode)
Bevor die Teiglinge in den Ofen kommen, wird die Oberfläche mit Wasser befeuchtet.
- Wie es funktioniert: Das Wasser löst die Stärke an der Oberfläche des Teiges leicht an, wodurch er klebrig wird.
- In der Backstube: Die Oberseite des Brötchens wird meistens kurz auf ein nasses Tuch (das „Netztuch“) gedrückt und anschließend sofort in den Mohn getaucht. Durch das leichte Andrücken verbinden sich die Samenkörner fest mit dem Teig.
2. Die Glanzstreiche (Stärkelösung)
Für einen besonders guten Halt und einen schönen Glanz verwenden Profis oft eine sogenannte Glanzstreiche.
- Was das ist: Eine dünne Flüssigkeit aus Wasser und aufgekochter Stärke (ähnlich wie ein sehr dünner Pudding).
- Der Effekt: Die Stärke wirkt wie ein biologischer Kleber. Nach dem Backen trocknet die Schicht und hält die Körner fest umschlossen.
3. Die Eistreiche
Diese Methode wird eher bei feinerem Gebäck (wie Brioche oder Zöpfen) angewendet.
- Wie es funktioniert: Ein verquirltes Ei (evtl. mit etwas Milch oder Wasser gestreckt) wird auf das Brötchen gepinselt.
- Der Effekt: Das Protein im Ei gerinnt beim Backen und wirkt wie ein extrem starker Kleber. Der Mohn sitzt hier meist „bombenfest“.
4. Wasserdampf im Ofen (Schwaden)
Auch der Backvorgang selbst spielt eine Rolle.
- Wie es funktioniert: Profi-Backöfen geben zu Beginn des Backens Wasserdampf (Schwaden) in den Backraum.
- Der Effekt: Der Dampf kondensiert auf der Teigoberfläche und hält sie elastisch und klebrig. So können sich die Körner während der ersten Minuten des Ofentriebs (wenn das Brötchen noch wächst) fest mit der Kruste verbinden, ohne abgestoßen zu werden.
5. Mechanisches Andrücken
Egal welche Flüssigkeit verwendet wird: Der entscheidende Schritt ist oft, dass der Teigling mit der feuchten Seite aktiv in den Mohn gedrückt wird, anstatt den Mohn nur locker darüberzustreuen. Durch den Druck betten sich die kleinen Körner minimal in die Teigoberfläche ein.
Profi-Tipp für zu Hause:
Wenn du Brötchen backst und der Mohn nicht hält, probiere folgendes:
- Nimm ein sauberes, flaches Schwammtuch und mache es nass.
- Drücke den rohen Teigling mit der Oberseite kurz auf das nasse Tuch.
- Drücke ihn danach sofort mit etwas Kraft in eine Schale mit Mohn.
- Besprühe die Brötchen direkt nach dem Einschieben in den Ofen zusätzlich mit einer Blumenspritze (Wasser).