Wie viele Keime und Bakterien befinden sich im Durchschnitt auf einem Lichtschalter in öffentlichen Gebäuden im Vergleich zu einer Toilettenbrille?

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Es mag überraschend klingen, aber Lichtschalter in öffentlichen Gebäuden sind in der Regel deutlich stärker mit Keimen und Bakterien belastet als Toilettenbrillen.

Untersuchungen (unter anderem von Mikrobiologen wie Dr. Charles Gerba von der University of Arizona) zeigen oft folgendes Bild:

Die Zahlen im Vergleich

Die Mengenangaben beziehen sich meist auf die Anzahl der koloniebildenden Einheiten (KBE) pro Quadratzoll (ca. 6,5 cm²):

  1. Lichtschalter: Hier finden sich im Durchschnitt etwa 200 bis über 1.000 Bakterien pro Quadratzoll. In manchen Studien wurden auf Lichtschaltern in öffentlichen Einrichtungen sogar bis zu 40-mal mehr Bakterien gefunden als auf einer Toilettenbrille.
  2. Toilettenbrille: Auf einer durchschnittlichen Toilettenbrille in einem gepflegten öffentlichen Gebäude finden sich oft nur etwa 5 bis 50 Bakterien pro Quadratzoll.

Warum ist der Lichtschalter "schmutziger"?

Es gibt drei Hauptgründe für dieses paradoxe Ergebnis:

  • Reinigungsintervall: Toilettenbrillen werden in öffentlichen Gebäuden meist täglich mit scharfen Desinfektionsmitteln gereinigt, da die Menschen hier eine hohe Keimbelastung erwarten. Lichtschalter hingegen werden vom Reinigungspersonal oft übersehen oder nur oberflächlich abgestaubt, aber selten desinfiziert.
  • Die Beschaffenheit: Toilettenbrillen sind glatt und meist trocken – Bedingungen, unter denen viele Bakterien nicht lange überleben. Lichtschalter haben oft kleine Ritzen und Kanten, in denen sich Hautschuppen und Feuchtigkeit (Schweiß von den Fingern) sammeln können, was einen Nährboden bietet.
  • Kontaktfrequenz: Ein Lichtschalter wird von fast jeder Person berührt, die einen Raum betritt oder verlässt. Die Hände sind dabei der Hauptübertragungsweg für Keime (von der Nase, dem Mund oder anderen Oberflächen).

Welche Keime findet man dort?

Auf Lichtschaltern werden häufig folgende Erreger nachgewiesen:

  • Staphylokokken: Von der menschlichen Haut.
  • E. coli: Fäkalkeime, die durch mangelndes Händewaschen übertragen werden.
  • Viren: Insbesondere Erkältungs- und Influenzaviren sowie Noroviren können auf solchen Oberflächen mehrere Stunden bis Tage überleben.

Fazit für den Alltag

Obwohl die Keimzahl auf dem Lichtschalter höher ist, besteht für gesunde Menschen meist keine unmittelbare Gefahr, da die Haut eine gute Barriere darstellt. Das größte Risiko besteht darin, nach dem Berühren solcher Flächen die Augen, die Nase oder den Mund zu berühren.

Tipp: In öffentlichen Gebäuden ist es oft hygienischer, Lichtschalter mit dem Knöchel oder dem Ellenbogen zu betätigen – oder sich schlichtweg nach dem Verlassen des Gebäudes die Hände zu waschen oder zu desinfizieren.