Wie vermeidet man sichtbare Pinselstriche oder Rollspuren im Buntlack?

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Um eine spiegelglatte Oberfläche ohne Pinselstriche oder die typische „Orangenhaut“ von Rollen zu erhalten, kommt es auf die Kombination aus Material, Werkzeug und Technik an.

Hier sind die wichtigsten Tipps für ein professionelles Ergebnis:

1. Das richtige Werkzeug (Entscheidend!)

  • Für den Farbauftrag mit der Rolle: Benutze keine groben Schaumstoffrollen. Verwende stattdessen feinporige Schaumstoffwalzen (für Wasserlacke oft „Superfein“) oder noch besser beflockte Rollen. Diese hinterlassen eine deutlich glattere Struktur.
  • Für den Pinsel: Spare nicht am Pinsel. Hochwertige Synthetik-Pinsel (für wasserbasierte Lacke) mit sehr feinen, gesplitteten Spitzen hinterlassen kaum Spuren. Billige Borstenpinsel sind zu steif.

2. Die richtige Lack-Konsistenz

  • Verdünnung: Viele Lacke sind „einstellfertig“, aber oft etwas zu dickflüssig für einen perfekten Verlauf. Eine Zugabe von ca. 5–10 % Wasser (bei Acryllack) oder der entsprechenden Verdünnung (bei Kunstharzlack) lässt den Lack besser verfließen.
  • Additive (Geheimtipp): Es gibt sogenannte Verlaufsmittel (z. B. Floetrol für wasserbasierte Lacke oder Owatrol für lösemittelhaltige Lacke). Diese verzögern die Trocknung minimal und sorgen dafür, dass die Farbe „zusammenläuft“, bevor sie fest wird.

3. Die perfekte Vorbereitung

  • Schleifen: Jede Unebenheit im Untergrund wird durch den Lack betont. Schleife die Fläche fein an (Körnung 180–240).
  • Grundierung: Nutze eine passende Grundierung (Vorlack). Diese füllt Poren und sorgt dafür, dass der Buntlack gleichmäßig aufsaugt. Zwischen Grundierung und Lackschicht unbedingt noch einmal ganz fein zwischenschleifen (Körnung 240–320) und den Staub penibel entfernen.

4. Die richtige Auftragstechnik („Nass-in-Nass“)

  • Nicht zu viel hin und her: Der häufigste Fehler ist, zu lange auf einer Stelle zu rollen oder zu pinseln. Sobald der Lack anfängt anzuziehen (zu trocknen), reißt man die Oberfläche wieder auf und hinterlässt Spuren.
  • Verschlichten:
    1. Trage den Lack zügig auf.
    2. Verteile ihn kreuzweise (einmal vertikal, einmal horizontal).
    3. Der wichtigste Schritt: Zum Schluss die gesamte Fläche noch einmal ganz leicht in eine Richtung (meist mit der Maserung oder zum Licht hin) ohne Druck „verschlichten“ (leicht drüberrollen oder -streichen).
  • Zügig arbeiten: Arbeite immer von der trockenen Fläche in die nasse hinein, damit keine Ansätze entstehen.

5. Umgebungsfaktoren

  • Temperatur: Es sollte nicht zu warm sein (ideal sind 18–20 Grad). Bei Hitze trocknet der Lack zu schnell, bevor er sich glatt ziehen kann.
  • Zugluft vermeiden: Fenster zu während des Lackierens! Zugluft lässt die Oberfläche zu schnell antrocknen, was den Verlauf stoppt.
  • Staub: Lackiere in einer möglichst staubfreien Umgebung. Jedes Staubkorn verursacht eine Erhebung, um die man beim nächsten Mal herumstreicht.

6. Mehrere dünne Schichten statt einer dicken

Trage lieber zwei dünne Schichten Lack auf als eine dicke. Eine dicke Schicht neigt zu Läufern („Nasen“) und trocknet ungleichmäßig, was wiederum die Struktur verschlechtert. Zwischen den Schichten empfiehlt sich ein ganz feiner Zwischenschliff.

Zusammenfassung für das beste Ergebnis: Nimm eine beflockte Rolle, mische ein wenig Verlaufsmittel in den Lack, arbeite zügig und „verschlichte“ am Ende die Fläche ohne Druck.