Worauf sollte man achten, wenn man Buntlack im Außenbereich verwendet, um ihn vor Witterungseinflüssen zu schützen?
Wenn du Buntlack im Außenbereich (z. B. für Gartenmöbel, Zäune, Türen oder Metallgitter) verwendest, ist er extremen Belastungen ausgesetzt: UV-Strahlung, Regen, Frost und Temperaturschwankungen.
Hier sind die wichtigsten Punkte, auf die du achten solltest, damit das Ergebnis lange hält und nicht abblättert:
1. Die Wahl des richtigen Lacks
Nicht jeder Buntlack ist für draußen geeignet.
- Wetterfestigkeit: Achte explizit auf die Kennzeichnung „für außen“ oder „wetterbeständig“.
- Lösemittelhaltig (Alkydharz) vs. Wasserbasiert (Acryl):
- Alkydharzlacke sind meist robuster, verlaufen glatter und sind widerstandsfähiger gegen mechanische Belastung. Sie riechen jedoch stärker und brauchen länger zum Trocknen.
- Acryllacke sind umweltfreundlicher, vergilben kaum und bleiben elastischer (gut für Holz, das „arbeitet“), sind aber oft etwas weniger schlagfest.
- UV-Schutz: Hochwertige Lacke enthalten UV-Filter, die verhindern, dass die Farbe schnell ausbleicht oder der Lack spröde wird.
2. Untergrundvorbereitung (Das A und O)
Ein Lack hält nur so gut wie sein Untergrund.
- Reinigen: Fett, Staub und Schmutz müssen komplett entfernt werden.
- Anschleifen: Bestehende Altanstriche sollten angeschliffen werden, damit der neue Lack Haftung findet. Lose Lackteile müssen komplett entfernt werden.
- Trockenheit: Das Material (besonders Holz) muss absolut trocken sein. Eingeschlossene Feuchtigkeit führt später zu Blasenbildung.
3. Die passende Grundierung
Im Außenbereich ist eine Grundierung fast immer Pflicht:
- Bei Holz: Ein Bläueschutzgrund schützt vor Pilzbefall. Wenn es ein heller Lack auf dunklem/gerbstoffhaltigem Holz (wie Eiche oder Lärche) ist, benötigst du einen Isoliergrund, damit keine braunen Flecken durchschlagen.
- Bei Metall: Ein Rostschutzgrund ist zwingend erforderlich, um Korrosion unter dem Lack zu verhindern.
- Bei Kunststoff: Ein spezieller Haftvermittler sorgt dafür, dass der Lack nicht abblättert.
4. Die richtigen Wetterbedingungen beim Streichen
- Temperatur: Ideal sind 15 bis 25 Grad. Unter 5 Grad trocknen viele Lacke nicht mehr richtig; bei über 30 Grad trocknen sie zu schnell, was zu Streifen und Blasen führen kann.
- Keine direkte Sonne: Streiche niemals in der prallen Mittagssonne. Der Lack trocknet oberflächlich zu schnell, was Spannungsrisse begünstigt.
- Feuchtigkeit: Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu hoch sein (kein drohender Regen, kein Nebel), da der Lack sonst matt oder klebrig werden kann.
5. Schichtaufbau
- Dünne Schichten: Trage lieber zwei oder drei dünne Schichten auf als eine dicke. Dicke Schichten neigen zu „Läufern“ (Nasen) und trocknen innen nicht richtig durch.
- Zwischenschliff: Ein feiner Zwischenschliff (z. B. 240er Körnung) nach der ersten Lackschicht sorgt für eine besonders glatte Oberfläche und bessere Haftung der Folgeschicht.
- Kanten runden: Lack haftet schlecht an scharfen Kanten („Kantenflucht“). Runde Holzkanten vor dem Streichen leicht mit Schleifpapier ab.
6. Schutz vor Staubeinschluss
Im Freien fliegt immer Staub oder Insekten umher. Versuche, in einem windgeschützten Bereich zu streichen, oder akzeptiere kleine Einschlüsse – versuche nicht, während der Trocknung darin herumzupicken, das macht es meist schlimmer.
7. Optional: Klarlack-Versiegelung
Wenn der Buntlack besonders hohen Belastungen ausgesetzt ist (z. B. ein Gartentisch), kannst du nach der Durchtrocknung eine Schicht UV-beständigen Klarlack für außen darübergeben. Das dient als zusätzliche Opferschicht gegen Kratzer und Witterung.
Zusammenfassend: Spare nicht am Material. Hochwertige Markenlacke für den Außenbereich haben einen deutlich höheren Festkörperanteil und bessere Pigmente, was dir zwei bis drei Jahre zusätzliche Zeit bis zum nächsten Neuanstrich schenkt.