Warum deckt der Buntlack trotz mehrmaligem Farbauftrag nicht gleichmäßig?
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Dass Buntlack auch nach mehrmaligem Auftragen nicht richtig deckt oder streifig aussieht, kann verschiedene Ursachen haben. Meist liegt es an der Vorbereitung, dem Werkzeug oder der Schichtdicke.
Hier sind die häufigsten Gründe und wie du sie behebst:
1. Ungenügendes Aufrühren (Häufigster Grund)
Farbpigmente sind schwerer als das Bindemittel und setzen sich am Boden der Dose ab.
- Das Problem: Wenn du nur kurz schüttelst oder nur oberflächlich rührst, streichst du hauptsächlich Bindemittel mit zu wenigen Pigmenten.
- Lösung: Den Lack mit einem flachen Rührholz (nicht nur einem runden Stab) mindestens 1 bis 2 Minuten lang gründlich von unten nach oben durchrühren.
2. Fehlende Grundierung (Primer)
Besonders bei starken Farbkontrasten (z. B. Weiß auf dunklem Holz oder Gelb auf Metall) reicht der Lack allein oft nicht aus.
- Das Problem: Der Untergrund saugt den Lack ungleichmäßig auf oder die dunkle Farbe scheint durch.
- Lösung: Verwende eine passende Grundierung (Vorlack oder Haftgrund). Bei sehr glatten Oberflächen wie Kunststoff oder Metall ist ein Haftgrund zwingend erforderlich, damit der Lack überhaupt "greifen" kann.
3. Falsches Werkzeug
Pinsel und Rollen sind nicht gleich.
- Das Problem: Billige Pinsel verlieren Haare oder hinterlassen tiefe Rillen. Billige Schaumstoffrollen können Luftblasen erzeugen oder den Lack eher "wegschieben" als auftragen.
- Lösung:
- Für wasserbasierte Lacke (Acryl): Pinsel mit Kunstfaserborsten und hochwertige feinporige Schaumstoffrollen.
- Für lösemittelhaltige Lacke (Alkydharz): Naturborsten (Chinaborsten) oder spezielle Kurzflor-Rollen.
4. Zu dünner oder zu zaghafter Farbauftrag
Viele Heimwerker versuchen, Streifen zu vermeiden, indem sie den Lack extrem dünn ausrollen.
- Das Problem: Wenn die Schicht zu dünn ist, können die Pigmente keine geschlossene Fläche bilden. Der Lack kann nicht „verlaufen“, um eine glatte Oberfläche zu bilden.
- Lösung: Trage den Lack zügig und satt auf, aber achte darauf, dass keine "Nasen" (Läufer) entstehen. Man nennt das "Nass-in-Nass" arbeiten.
5. Die Farbe wurde „kaputtgerollt“
- Das Problem: Wenn man zu lange auf einer Stelle rollt, die bereits leicht angetrocknet ist, reißt man die Oberfläche wieder auf. Das führt zu einer unebenen Struktur und schlechter Deckung.
- Lösung: Einmal gleichmäßig verteilen, kurz verschlichten (glattrollen) und dann ruhen lassen. Lacke brauchen Zeit, um sich beim Trocknen glattzuziehen.
6. Qualität des Lacks
Es gibt große Unterschiede in der Pigmentdichte.
- Das Problem: Günstige Baumarkt-Eigenmarken haben oft einen höheren Wasser- oder Lösemittelanteil und weniger hochwertige Pigmente als Profi-Produkte. Besonders schwierige Töne wie Gelb, Hellrot oder Orange decken von Natur aus schlechter.
- Lösung: Bei schwierigen Farbtönen auf Markenprodukte oder Profi-Qualität setzen.
7. Untergrund nicht richtig vorbereitet
- Das Problem: Staub, Fett (Fingerabdrücke!) oder alte Wachsrückstände verhindern, dass der Lack gleichmäßig haftet. Er "reißt" an manchen Stellen auf (Kraterbildung).
- Lösung: Den Untergrund vorher gründlich anschleifen, entstauben und mit Anlauger oder Fettlöser reinigen.
Zusammenfassung – Was du jetzt tun kannst:
- Schleifen: Die bisherigen Schichten leicht glätten (feines Schleifpapier, 180er oder 240er Körnung).
- Reinigen: Staub komplett entfernen.
- Rühren: Den Lack extrem gründlich aufrühren.
- Rollen: Mit einer hochwertigen, neuen Rolle zügig und nicht zu dünn auftragen.
- Geduld: Falls es immer noch nicht perfekt deckt, lieber drei dünne, gleichmäßige Schichten als eine extrem dicke. Zwischen den Schichten die Trocknungszeit beachten!