Für welche Materialien und Oberflächen ist Buntlack geeignet?
Buntlack ist ein echter Allrounder unter den Anstrichen. Er dient dazu, Oberflächen nicht nur farbig zu gestalten, sondern sie auch vor mechanischen Einflüssen, Witterung und Schmutz zu schützen.
Hier ist eine detaillierte Übersicht, für welche Materialien und Oberflächen Buntlack geeignet ist:
1. Holz (Innen und Außen)
Holz ist das klassische Einsatzgebiet für Buntlack.
- Beispiele: Möbel (Tische, Stühle, Schränke), Türen, Fensterrahmen, Fußleisten, Gartenhäuser, Zäune oder Holzspielzeug.
- Wichtig: Bei unbehandeltem Holz ist meist eine Grundierung (Vorlack) nötig, damit das Holz den Lack nicht ungleichmäßig aufsaugt. Bei harzhaltigen oder gerbstoffreichen Hölzern (z. B. Eiche, Kiefer) empfiehlt sich ein spezieller Holzgrund, um Verfärbungen zu vermeiden.
2. Metall (Eisen und NE-Metalle)
Buntlack schützt Metall vor Korrosion (Rost) und verleiht ihm eine glatte Oberfläche.
- Eisen/Stahl: Geländer, Tore, Heizkörper (hier speziellen Heizkörperlack oder hitzebeständigen Buntlack verwenden).
- NE-Metalle (Nichteisenmetalle): Aluminium, Zink, Kupfer oder Messing (z. B. Dachrinnen oder Zierleisten).
- Wichtig: Eisen muss vorher entrostet und mit Rostschutzgrund behandelt werden. NE-Metalle benötigen einen speziellen Haftvermittler, da der Lack sonst abblättern kann.
3. Kunststoffe (Hart-PVC)
Nicht jeder Kunststoff lässt sich lackieren, aber bei harten Oberflächen funktioniert es gut.
- Beispiele: Fallrohre aus Kunststoff, Gartenmöbel aus Hart-PVC, Fensterprofile oder Kabelkanäle.
- Wichtig: Kunststoffe wie PE (Polyethylen) oder PP (Polypropylen) lassen sich kaum lackieren. Für Hart-PVC ist ein spezieller Haftgrund für Kunststoffe zwingend erforderlich.
4. Mineralische Untergründe
Obwohl hier oft Dispersionsfarben genutzt werden, kann Buntlack für kleine Flächen oder spezielle Schutzanstriche verwendet werden.
- Beispiele: Beton, Putz, Mauerwerk oder Faserzementplatten (z. B. im Sockelbereich oder für dekorative Elemente).
- Wichtig: Der Untergrund muss trocken, fest und sauber sein.
5. Altbeschichtungen
Buntlack eignet sich hervorragend zum Überlackieren alter Lackschichten (Renovierung).
- Wichtig: Die alte Schicht muss tragfähig sein (darf nicht abblättern). Sie muss gründlich angeschliffen und gereinigt werden, damit der neue Lack haftet.
Unterscheidung nach Lackart
Je nach Basis des Lackes gibt es kleine Unterschiede in der Eignung:
- Acryllack (wasserbasiert):
- Geruchsarm, trocknet schnell, vergilbt nicht.
- Ideal für den Innenbereich und für Kinderspielzeug (auf das Siegel „Blauer Engel“ oder DIN EN 71-3 achten).
- Kunstharzlack (lösemittelbasiert):
- Extrem strapazierfähig, sehr guter Verlauf (glattere Oberfläche), wetterbeständig.
- Ideal für den Außenbereich oder stark beanspruchte Oberflächen in der Werkstatt.
Zusammenfassung: Was man beachten sollte
Damit der Buntlack auf diesen Materialien hält, ist die Vorbehandlung entscheidend:
- Säubern: Fett, Staub und Schmutz entfernen.
- Schleifen: Die Oberfläche anrauen, um die Haftung zu erhöhen.
- Grundieren: Fast jedes Material (außer vielleicht bereits lackiertes, angeschliffenes Holz) profitiert von einer passenden Grundierung (Haftgrund, Rostschutz oder Holzgrund).
Nicht geeignet ist herkömmlicher Buntlack für flexible Materialien (wie Weich-PVC, Gummi oder Stoffe) sowie für Flächen mit dauerhafter Wasserbelastung (z.B. Pool-Innenseiten).