Welche Materialien und Gefäße dürfen im Backofen verwendet werden?
Beim Kochen und Backen ist es wichtig, die richtigen Materialien zu verwenden, um sowohl die Sicherheit als auch die Qualität der Speisen zu gewährleisten. Nicht jedes Gefäß, das hitzebeständig wirkt, ist auch tatsächlich für die hohen Temperaturen im Backofen geeignet.
Hier ist eine Übersicht der Materialien und Gefäße, die in den Backofen dürfen:
1. Metall (Edelstahl, Gusseisen, Emaille)
Metalle sind die klassischen Ofen-Materialien, da sie Hitze sehr gut leiten.
- Edelstahl: Backbleche, Bräter und Töpfe aus Edelstahl sind ideal. Wichtig: Achten Sie darauf, dass Griffe ebenfalls aus Metall sind und nicht aus Kunststoff oder Holz.
- Gusseisen: Hervorragend für Schmorgerichte und Brot. Gusseisen hält die Wärme extrem lange.
- Emaille: Diese beschichteten Metallgefäße sind sehr hitzebeständig und kratzfest.
- Aluminium: Backformen aus Aluminium (oft beschichtet) sind Standard. Auch Alufolie ist hitzebeständig (aber Vorsicht bei säurehaltigen oder salzigen Speisen, da sich Ionen lösen können).
2. Glas (Borosilikatglas)
Nicht jedes Glas darf in den Ofen.
- Backofenfestes Glas: Nur spezielles Glas wie Borosilikatglas (bekannt unter Markennamen wie Pyrex oder Jenaer Glas) ist für den Ofen geeignet.
- Achtung: Normales Glas (Trinkgläser, Marmeladengläser) kann durch die thermische Spannung platzen. Vermeiden Sie zudem extreme Temperaturschocks (z. B. eine eiskalte Glasform direkt in den heißen Ofen stellen).
3. Keramik, Stein und Porzellan
- Auflaufformen: Die meisten Keramik- und Porzellanformen sind für den Ofen geeignet, sofern sie als „backofenfest“ gekennzeichnet sind.
- Römertopf: Besteht aus Ton und ist ein Klassiker. Er muss vor der Benutzung meist gewässert werden.
- Backstein/Pizzastein: Besteht meist aus Schamotte oder Cordierit und verträgt sehr hohe Temperaturen.
- Wichtig: Achten Sie auf Goldränder oder Bemalungen bei Porzellan – diese können im Ofen beschädigt werden oder Stoffe freisetzen.
4. Silikon
- Backformen aus Silikon: Diese müssen explizit als „lebensmittelecht“ und „hitzebeständig“ gekennzeichnet sein.
- Temperaturbereich: Die meisten Silikonformen sind bis etwa 200 °C bis 220 °C hitzebeständig. Schauen Sie unbedingt auf die Herstellerangabe auf dem Boden der Form.
5. Papier und Einwegmaterialien
- Backpapier: Speziell beschichtetes Papier, meist hitzebeständig bis 220 °C. Es darf nicht die Heizstäbe berühren (Brandgefahr).
- Bratschläuche: Bestehen aus speziellem, hitzebeständigem Kunststoff.
Was darf AUF KEINEN FALL in den Ofen?
- Kunststoff: Die meisten Plastikdosen (z. B. Tupperware, sofern nicht explizit für den Ofen deklariert) schmelzen und setzen giftige Dämpfe frei.
- Melamin: Geschirr aus Melamin (oft Campinggeschirr oder Kindergeschirr) darf niemals über 70 °C erhitzt werden, da gesundheitsschädliche Stoffe austreten.
- Holz: Griffe aus Holz oder Holzbretter werden im Ofen spröde, können sich verziehen oder im schlimmsten Fall Feuer fangen.
- Gefäße mit Rissen: Auch backofenfeste Keramik oder Glas kann im Ofen zerspringen, wenn sie bereits feine Haarrisse hat.
Woran erkenne ich die Eignung?
Achten Sie auf das Backofensymbol auf der Unterseite des Gefäßes: Es zeigt meist ein Quadrat mit mehreren Wellenlinien oder kleinen Strichen darin (die die Heizstäbe symbolisieren).
Pro-Tipp: Wenn Sie unsicher sind, ob eine Form „backofenfest“ oder nur „hitzebeständig“ (z. B. für heiße Suppen) ist, lassen Sie sie im Zweifelsfall lieber draußen. „Backofenfest“ bedeutet meist Beständigkeit bis mindestens 250 °C.