Wie verhindert man, dass dunkle Holzinhaltsstoffe durch eine helle Holzlasur durchschlagen?
Das Durchschlagen von dunklen Holzinhaltsstoffen (wie Gerbstoffen oder Harzen) bei hellen Anstrichen ist ein bekanntes Problem, besonders bei Hölzern wie Eiche, Kastanie, Lärche oder Kiefer (vor allem an Astlöchern). Man nennt diesen Effekt auch „Ausbluten“.
Um das zu verhindern, ist die richtige Vorbehandlung entscheidend. Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Die Wahl des richtigen Produkts: Der Sperrgrund
Das wichtigste Werkzeug ist ein Isoliergrund (auch Sperrgrund oder Holz-Isoliergrund genannt). Eine normale Grundierung reicht hier nicht aus, da sie die wasserlöslichen Inhaltsstoffe nicht blockiert.
- Bei wasserbasierten Lasuren: Verwende unbedingt einen wasserbasierten Isoliergrund, der speziell für helle Folgeanstriche deklariert ist.
- Bei lösemittelhaltigen Lasuren: Hier ist das Problem oft weniger stark ausgeprägt, aber bei extrem gerbstoffreichen Hölzern sollte auch hier ein spezieller Sperrgrund (oft auf Alkydharzbasis) verwendet werden.
2. Die Schritt-für-Schritt-Anwendung
- Vorbereitung: Das Holz muss sauber, trocken und fettfrei sein. Altanstriche sollten komplett abgeschliffen werden, damit der Sperrgrund direkt in die Holzporen eindringen kann.
- Schleifen: Ein feiner Zwischenschliff (Körnung 150–180) öffnet die Poren. Danach den Staub gründlich entfernen (absaugen und feucht abwischen).
- Erster Anstrich mit Isoliergrund: Trage den Sperrgrund gleichmäßig auf.
- Trocknungszeit einhalten: Das ist der wichtigste Punkt! Viele Sperrgründe müssen mindestens 12 bis 24 Stunden trocknen, damit die chemische Barriere vollständig aushärtet. Wer zu früh überstreicht, riskiert, dass die Stoffe doch noch durchwandern.
- Zweiter Anstrich mit Isoliergrund (Empfohlen): Bei sehr kritischen Hölzern (Eiche, Exotenholz) oder Ästen ist ein zweiter Auftrag des Sperrgrunds nach der ersten Trocknungsphase ratsam.
- Zwischenschliff: Nach der Trocknung der Grundierung die aufgestellten Holzfasern mit feinem Schleifpapier (Körnung 240) kurz glätten.
- Endanstrich mit der hellen Lasur: Nun kannst du die gewünschte helle Lasur in ein bis zwei Schichten auftragen.
3. Was tun bei Astlöchern?
Astlöcher in Kiefer oder Fichte sondern oft Harz aus, das gelbliche Flecken verursacht.
- Profi-Tipp: Diese Stellen können vorab gezielt mit Schellack-Isoliergrund behandelt werden. Das ist eine der besten Sperren gegen Harzfluss.
4. Welches Holz ist besonders kritisch?
- Gerbstoffreich: Eiche, Robinie, Kastanie, Nussbaum.
- Harzreich: Kiefer, Lärche (hier besonders die Äste).
- Tropenhölzer: Bangkirai, Teak, Mahagoni.
Zusammenfassung
Verwende niemals die helle Lasur direkt auf dem rohen Holz, wenn es eines der oben genannten Hölzer ist. Die Investition in einen hochwertigen Holz-Isoliergrund spart dir die Arbeit, alles noch einmal abschleifen zu müssen, wenn nach zwei Wochen hässliche gelb-braune Flecken auftauchen.
Wichtiger Hinweis: Achte darauf, dass Sperrgrund und Lasur vom gleichen System (idealerweise gleicher Hersteller) sind, um Unverträglichkeiten zu vermeiden.