Warum ist der Farbton der Holzlasur auf dem Holz viel dunkler als auf der Verpackung dargestellt?
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Dass eine Holzlasur dunkler ausfällt als auf dem Etikett versprochen, ist ein sehr häufiges Problem. Es gibt dafür mehrere physikalische und technische Gründe. Hier sind die wichtigsten Ursachen:
1. Die Eigenfarbe des Holzes
Das Etikett auf der Dose zeigt den Farbton meist auf einem sehr hellen, neutralen Untergrund (oft helles Fichtenholz).
- Der Effekt: Holz ist ein Naturprodukt. Wenn Sie eine mittelbraune Lasur auf ein bereits dunkleres oder rötliches Holz (z. B. Kiefer, Lärche oder altes, nachgedunkeltes Holz) auftragen, addieren sich die Farben. Das Ergebnis wird zwangsläufig dunkler.
2. Die Saugfähigkeit des Holzes
Je poröser das Holz ist, desto mehr Farbpigmente nimmt es auf.
- Weichholz vs. Hartholz: Weichhölzer (Fichte, Kiefer) saugen stärker als Harthölzer (Eiche, Robinie).
- Zustand: Altes, verwittertes oder sehr trockenes Holz wirkt wie ein Schwamm. Es zieht die Lasur tief ein, wodurch sich die Pigmente konzentrieren und der Farbton massiv abdunkelt.
- Schliff: Ein grober Schliff (z. B. 80er Körnung) öffnet die Poren weit – viel Farbe zieht ein. Ein feiner Schliff (z. B. 120er oder 180er) lässt weniger Pigmente eindringen, das Ergebnis bleibt heller.
3. Anzahl der Anstriche
Lasuren sind semi-transparent. Mit jeder Schicht erhöht sich die Pigmentdichte.
- Der Effekt: Der erste Anstrich mag noch hell aussehen, aber beim zweiten oder dritten Mal wird die Schicht zunehmend deckender und dunkler. Die Abbildung auf der Packung entspricht oft nur einem Anstrich auf idealem Untergrund.
4. Auftragstechnik und Schichtdicke
- Zu viel Material: Wenn die Lasur zu dick mit dem Pinsel aufgetragen und nicht gut „ausgestrichen“ wird, bleibt eine dicke Pigmentschicht an der Oberfläche stehen.
- Nicht abgewischt: Bei manchen Lasuren (besonders Dünnschichtlasuren) empfiehlt es sich, überschüssiges Material nach ein paar Minuten mit einem Lappen abzuwischen. Bleibt es drauf, wird es sehr dunkel.
5. Darstellung auf der Verpackung (Drucktechnik)
- Druck vs. Realität: Das Bild auf der Dose ist gedruckt (CMYK-Druckverfahren) oder ein digitales Foto. Ein Druck kann die Tiefe und das Einziehverhalten einer chemischen Lasur auf echter Holzfaser nie zu 100 % exakt wiedergeben.
- Lichtverhältnisse: Die Farbe im Baumarkt unter Leuchtstoffröhren sieht anders aus als im Garten unter natürlichem Sonnenlicht.
6. Fehlendes Aufrühren
Die Farbpigmente setzen sich in der Dose am Boden ab.
- Das Problem: Wenn man nicht gründlich bis zum Boden umrührt, streicht man am Anfang fast nur Bindemittel (hell) und gegen Ende der Dose die konzentrierten Pigmente (sehr dunkel).
Was können Sie jetzt tun?
- Der Probeanstrich (Wichtigster Tipp für die Zukunft): Streichen Sie niemals sofort die ganze Fläche. Testen Sie die Lasur an einer unauffälligen Stelle oder auf einem Abschnitt des gleichen Holzes. Lassen Sie sie komplett trocknen, da Lasuren beim Trocknen oft noch nachdunkeln.
- Verdünnen: Wenn Sie merken, dass die Lasur zu dunkel wird, können Sie (bei derselben Marke!) oft eine farblose Lasur desselben Typs beimischen, um die Pigmentkonzentration zu senken.
- Schleifen: Ist es bereits zu dunkel, hilft meist nur Abschleifen und ein neuer Auftrag mit einem helleren Farbton oder einer stärkeren Verdünnung.
- Wässerung prüfen: Bei sehr saugfähigem Holz kann man das Holz vorher leicht mit Wasser befeuchten (und wieder trocknen lassen) oder eine passende Grundierung nutzen, um die Saugfähigkeit zu egalisieren.