Ist Allzweckreiniger für die Pflege von unbehandeltem oder geöltem Holz ungeeignet?
Die kurze Antwort lautet: Ja, herkömmlicher Allzweckreiniger ist für die Pflege von unbehandeltem oder geöltem Holz in der Regel ungeeignet.
Hier ist die detaillierte Begründung, warum das so ist und welche Folgen die Verwendung haben kann:
1. Die Fettlösekraft ist das Problem
Allzweckreiniger sind darauf ausgelegt, Fett und Schmutz zu lösen. Bei geöltem Holz besteht die Schutzschicht jedoch aus Ölen und Wachsen.
- Die Folge: Der Reiniger löst nicht nur den Schmutz, sondern auch die schützende Ölschicht aus den Holzporen heraus. Das Holz wird „ausgelaugt“.
2. Schäden an der Holzstruktur
- Austrocknung: Ohne den Schutz des Öls trocknet das Holz aus. Es wird spröde, rissig und verliert seinen natürlichen Glanz.
- Grauschleier: Geöltes Holz, das regelmäßig mit aggressivem Reiniger gewischt wird, bekommt mit der Zeit einen unschönen, matten Grauschleier.
- Aufquellen: Unbehandeltes Holz ist extrem saugfähig. Allzweckreiniger wird meist mit viel Wasser verwendet. Da die schützende Barriere fehlt oder durch den Reiniger zerstört wird, dringt Wasser tief in die Fasern ein. Das Holz quillt auf, verzieht sich oder es entstehen Wasserflecken.
3. pH-Wert und Inhaltsstoffe
Viele Allzweckreiniger sind leicht alkalisch oder enthalten Tenside, die das Holz angreifen können. Besonders bei gerbstoffhaltigen Hölzern (wie Eiche) kann es durch chemische Reaktionen mit dem Reiniger zu dunklen Verfärbungen kommen.
Was sollte man stattdessen verwenden?
Wenn Sie die Langlebigkeit und Optik Ihres Holzes erhalten wollen, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
- Trockenreinigung: Staub und loser Schmutz sollten mit einem weichen Besen oder Staubsauger (mit Parkettdüse) entfernt werden.
- Nebelfeuchtes Wischen: Verwenden Sie so wenig Wasser wie möglich. Der Lappen sollte nur „nebelfeucht“ sein, also keine Tropfen bilden.
- Spezielle Holzseife (Rückfettend): Für die feuchte Reinigung von geöltem Holz gibt es spezielle Holzbodenseifen (z. B. von Woca, Osmo oder Auro). Diese enthalten natürliche Fette, die das Holz beim Reinigen nicht auslaugen, sondern ihm wieder ein wenig Pflege zurückgeben.
- Kein Mikrofaser: Verzichten Sie bei geöltem Holz auf Mikrofasertücher. Diese wirken wie feines Schleifpapier und können die Ölschicht mechanisch abtragen. Nutzen Sie stattdessen weiche Baumwolltücher.
- Nachölen: Geöltes Holz muss regelmäßig (je nach Beanspruchung alle 1–2 Jahre) nachgeölt werden, um den Schutz aufrechtzuerhalten.
Fazit: Allzweckreiniger ist für lackierte (versiegelte) Holzoberflächen meist okay, aber für offenporiges (geöltes oder unbehandeltes) Holz ein Tabu, wenn man die natürliche Schönheit des Materials bewahren möchte.