Warum schützt die Holzlasur das Holz nicht ausreichend vor einer Vergrauung durch UV-Strahlung?

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Dass eine Holzlasur das Holz oft nicht dauerhaft vor Vergrauung schützt, liegt an verschiedenen physikalischen und chemischen Faktoren. Hier sind die Hauptgründe:

1. Mangel an Pigmenten (Der wichtigste Faktor)

Pigmente wirken in einer Lasur wie eine Sonnencreme. Sie reflektieren und absorbieren die UV-Strahlen, bevor diese das Holz erreichen können.

  • Transparenz vs. Schutz: Da Lasuren meist transparent oder semitransparent sind (um die Holzmaserung sichtbar zu lassen), enthalten sie deutlich weniger Pigmente als deckende Farben.
  • Helle Lasuren: Je heller die Lasur, desto weniger Pigmente sind enthalten und desto mehr UV-Strahlung gelangt ungehindert durch die Lasurschicht an die Holzoberfläche. Farblos-Lasuren ohne spezielle UV-Blocker bieten im Außenbereich fast gar keinen Schutz vor Vergrauung.

2. Abbau des Lignins

UV-Strahlung hat eine zerstörerische Wirkung auf Lignin, den „Klebstoff“ im Holz, der die Cellulosefasern zusammenhält.

  • Wenn UV-Licht durch eine (zu schwach pigmentierte) Lasurschicht dringt, wird das Lignin zersetzt.
  • Sobald das Lignin zerstört ist, verliert das Holz seine Farbe und wird grau. Das Problem: Die Lasur haftet dann nicht mehr auf dem festen Holz, sondern nur noch auf den losen, grauen Cellulosefasern. Die Folge ist, dass die Lasur abblättert.

3. Abbau der Lasur selbst (Erosion)

Nicht nur das Holz, auch das Bindemittel der Lasur leidet unter der Witterung:

  • UV-Degradation: Die Sonnenstrahlung macht den Film der Lasur mit der Zeit spröde und rissig.
  • Auswaschung: Durch Regen werden winzige Partikel der Lasur abgetragen (Erosion). Sobald die Schichtdicke abnimmt, steigt die UV-Belastung für das darunterliegende Holz rapide an.

4. Feuchtigkeit und Mikrorisse

Holz „arbeitet“ (es dehnt sich aus und zieht sich zusammen).

  • Dünnschichtlasuren machen diese Bewegungen zwar mit, bilden aber keinen dicken Schutzpanzer.
  • In mikroskopisch kleinen Rissen kann Wasser eindringen. Wenn dieses Wasser unter die Lasur gelangt, begünstigt es in Kombination mit UV-Licht den Abbau der Holzoberfläche. Das Holz vergraut dann „unter“ der Lasur.

5. Die Grenzen von UV-Absorbern

Es gibt zwar farblose Lasuren mit chemischen UV-Absorbern, aber diese haben ein Problem: Sie verbrauchen sich mit der Zeit. Man kann sie sich wie einen Schwamm vorstellen, der UV-Licht aufsaugt, bis er voll ist. Ohne regelmäßigen Nachanstrich ist der Schutz irgendwann erschöpft.


Wie kann man den Schutz verbessern?

Wenn du eine Vergrauung so lange wie möglich hinauszögern willst, solltest du folgende Punkte beachten:

  1. Mittlere bis dunkle Farbtöne wählen: Ein „Eiche“ oder „Nussbaum“ Farbton schützt durch die enthaltenen Eisenoxid-Pigmente deutlich besser als „Kiefer“ oder „Farblos“.
  2. Hoher Pigmentanteil: Achte auf hochwertige Lasuren mit hohem Festkörpergehalt.
  3. Regelmäßige Wartung: Lasuren im Außenbereich müssen je nach Bewitterung alle 2 bis 3 Jahre aufgefrischt werden, bevor die ersten grauen Stellen sichtbar werden.
  4. Konstruktiver Holzschutz: Das beste Mittel gegen Vergrauung ist, das Holz vor Sonne und Regen zu schützen (große Dachüberstände), damit die UV-Strahlung gar nicht erst auftrifft.

Fazit: Eine Lasur ist ein Opferanstrich. Sie kann die Vergrauung nicht stoppen, sondern nur erheblich verlangsamen – vorausgesetzt, sie ist ausreichend pigmentiert.

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