Was ist die Ursache für eine fleckige und ungleichmäßige Farbausprägung der Holzlasur?

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Eine fleckige oder ungleichmäßige Farbausprägung bei Holzlasuren kann verschiedene Ursachen haben. Meist ist es eine Kombination aus der Beschaffenheit des Holzes, der Vorbereitung und der Verarbeitungstechnik.

Hier sind die häufigsten Ursachen im Detail:

1. Unterschiedliche Saugfähigkeit des Holzes

Dies ist die häufigste Ursache. Holz ist ein Naturprodukt und nicht an jeder Stelle gleich dicht.

  • Früh- und Spätholz: Weichere Jahresringe (Frühholz) saugen mehr Lasur auf als harte (Spätholz), was zu Streifenmustern führt.
  • Äste und Harzgallen: Astlöcher sind sehr dicht oder harzig und nehmen kaum Farbe an, während das umliegende Holz oft stärker saugt.
  • Holzart: Besonders Nadelhölzer (Kiefer, Fichte) neigen aufgrund ihrer unregelmäßigen Struktur zu einem "wolkigen" Bild.

2. Mangelhafte oder ungleichmäßige Untergrundvorbehandlung

Wenn das Holz nicht überall gleichmäßig vorbereitet wurde, wird die Lasur unterschiedlich aufgenommen:

  • Schleiffehler: Wenn Stellen mit unterschiedlichen Körnungen geschliffen wurden (z. B. eine Stelle mit 80er, die andere mit 120er Korn), ist die Oberfläche verschieden rau. Raueres Holz saugt mehr Pigmente auf und wird dunkler.
  • Rückstände: Alte Lackreste, Wachs, Fett (auch Fingerabdrücke) oder Harz verhindern das Eindringen der Lasur. Dort bleibt die Farbe heller oder perlt ab.
  • Schleifstaub: Wenn der Staub nicht gründlich entfernt wurde, mischt er sich mit der Lasur und bildet unschöne Klumpen oder dunkle Flecken.

3. Fehler bei der Anwendung (Verarbeitung)

  • Überlappungen (Ansätze): Wenn man "nass auf trocken" arbeitet, entstehen dunkle Streifen. Das passiert, wenn eine bereits angetrocknete Stelle nochmals mit frischer Lasur überstrichen wird (doppelte Pigmentschicht).
  • Zu viel Material: Wird die Lasur zu dick aufgetragen und nicht gleichmäßig vertrieben, bilden sich "Seen", die dunkler auftrocknen.
  • Nicht umgerührt: Pigmente setzen sich am Boden der Dose ab. Wenn nicht regelmäßig aufgerührt wird, ist die Lasur am Anfang sehr hell und wird gegen Ende des Topfes immer dunkler und dicker.
  • Falsches Werkzeug: Ein minderwertiger Pinsel verteilt die Lasur nicht gleichmäßig oder verliert Borsten, die das Bild stören.

4. Äußere Einflüsse

  • Sonneneinstrahlung und Hitze: Wenn das Holz in der prallen Sonne gestrichen wird, trocknet die Lasur zu schnell. Man kann sie nicht mehr "nass-in-nass" verarbeiten, was zu Ansätzen führt.
  • Holzfeuchte: Zu feuchtes Holz (über 15-18 %) kann die Lasur nicht richtig aufnehmen, was zu einer fleckigen Trocknung führt.

Wie man es verhindert oder behebt:

  • Wässern und Zwischenschleifen: Vor dem Lasieren das Holz leicht anfeuchten, trocknen lassen und die aufgestellten Fasern fein abschleifen. Das sorgt für ein gleichmäßigeres Bild.
  • Grundierung/Vierton: Bei stark saugenden Hölzern hilft ein Hintergrundiergrund oder ein spezieller "Basecoat", um die Saugfähigkeit zu vereinheitlichen.
  • Nass-in-Nass arbeiten: Immer ganze Bretter in einem Zug durchstreichen, ohne Pausen in der Mitte der Fläche.
  • Überschuss abnehmen: Bei manchen Lasuren (besonders Dünnschichtlasuren) empfiehlt es sich, nach ein paar Minuten den Überschuss mit einem fusselfreien Lappen oder einem trockenen Pinsel zu verstreichen ("Verschlichten").
  • Richtiges Rühren: Nicht nur vor dem Start, sondern auch zwischendurch immer wieder umrühren.

Falls es schon passiert ist: Wenn die Lasur bereits trocken und fleckig ist, hilft meist nur ein kompletter Anschliff und ein erneuter, sorgfältiger Auftrag (ggf. mit einer dunkleren Nuance, um die Flecken zu kaschieren) oder eine deckende Farbe.

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