Was ist die Ursache dafür, dass der Buntlack auch nach Tagen noch klebt?

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Dass Buntlack auch nach Tagen noch klebt (in der Fachsprache oft als „Blocking“ oder mangelnde Durchhärtung bezeichnet), kann verschiedene Ursachen haben. Hier sind die häufigsten Gründe, unterteilt in Anwendung, Umgebung und Material:

1. Zu dicke Lackschichten (Häufigste Ursache)

Wenn der Lack zu dick aufgetragen wurde, trocknet er an der Oberfläche zwar schnell an, bildet aber eine Art „Haut“. Diese Haut verhindert, dass die Lösungsmittel oder das Wasser aus den darunterliegenden Schichten verdunsten können.

  • Folge: Der Lack bleibt im Inneren weich und klebrig. Das Durchhärten kann dann Wochen dauern.

2. Ungeeignete Umgebungsbedingungen

  • Zu hohe Luftfeuchtigkeit: Besonders bei wasserbasierten Acryllacken (Acryllack) verhindert eine hohe Luftfeuchtigkeit, dass das Wasser effizient verdunstet.
  • Zu niedrige Temperaturen: Die chemischen Prozesse (bei Kunstharzlacken) oder die Verdunstung (bei Acryllacken) verlangsamen sich extrem, wenn es zu kalt ist (unter 10–15 °C).
  • Mangelnder Luftaustausch: In geschlossenen Räumen ohne Durchzug reichert sich die Luft mit Lösungsmitteln an, was den Trocknungsprozess stoppt.

3. Problematische Untergründe (Weichmacherwanderung)

Wenn Sie auf Kunststoff (z.B. PVC) oder alten Lackierungen arbeiten, kann es zur sogenannten Weichmacherwanderung kommen.

  • Das Problem: Die Weichmacher aus dem Kunststoff dringen in den neuen Lack ein und lösen ihn von unten wieder an. Der Lack wird klebrig und wird oft nie richtig hart.
  • Holzinhaltsstoffe: Bei bestimmten Hölzern (z.B. Exoten oder sehr harzhaltigen Kiefern) können Öle oder Harze die Trocknung von Kunstharzlacken verhindern.

4. Unverträglichkeit der Lackarten

Wenn Sie zwei verschiedene Lackarten kombiniert haben (z.B. einen wasserbasierten Acryllack über einen alten, lösemittelhaltigen Kunstharzlack gestrichen haben, der noch nicht vollkommen durchgetrocknet war), kann es zu chemischen Reaktionen kommen, die die Aushärtung behindern.

5. Überstreichen zu früh

Wenn die zweite Schicht aufgetragen wurde, bevor die erste Schicht „überarbeitbar“ (nicht nur staubtrocken!) war, werden die Lösungsmittel der ersten Schicht quasi „eingesperrt“.

6. Überlagertes Material

Sehr alter Lack kann seine Trocknungsfähigkeit verlieren. Die enthaltenen Trockenstoffe (Sikkative) in Kunstharzlacken können mit der Zeit ihre Wirkung verlieren.


Was können Sie jetzt tun?

  1. Geduld und Wärme: Erhöhen Sie die Raumtemperatur leicht (nicht überhitzen) und sorgen Sie für eine sehr gute Belüftung (Durchzug). Ein Ventilator kann helfen.
  2. Testen: Wenn der Lack nach 5–7 Tagen immer noch deutlich klebrig ist, wird er meist nicht mehr von allein hart.
  3. Die „Puder-Methode“ (Notlösung): Wenn es sich um eine Fläche handelt, die nicht stark beansprucht wird (z.B. Innenseite eines Schrankes), kann man vorsichtig etwas Talkumpuder auftragen und verreiben. Das nimmt die Klebrigkeit, verändert aber die Optik (mattiert).
  4. Abschleifen / Entfernen: Wenn der Lack nach einer Woche noch weich ist (man kann ihn mit dem Fingernagel leicht eindrücken), hilft meist nur: Mit Verdünnung oder durch Abschleifen entfernen und neu aufbauen (dünnere Schichten, passender Untergrund/Grundierung).

Tipp für das nächste Mal: Lieber zwei hauchdünne Schichten lackieren als eine dicke! Besonders bei wasserbasierten Lacken ist die Schichtdicke entscheidend für den Erfolg.

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