Wie unterscheidet sich Bacon von herkömmlichem Frühstücksspeck?
Kurz gesagt: Im deutschen Supermarktregal sind „Bacon“ und „Frühstücksspeck“ heute oft das gleiche Produkt. Der Begriff „Bacon“ ist lediglich der englische Name, der im Zuge der Amerikanisierung des Frühstücks übernommen wurde.
Wenn man jedoch genauer hinsieht – besonders im internationalen Vergleich oder in der traditionellen Metzgerei – gibt es feine Unterschiede in der Definition, dem Zuschnitt und der Verwendung.
Hier sind die wichtigsten Unterschiede:
1. Die Bezeichnung (Sprachgebrauch)
- Frühstücksspeck: Ist der traditionelle deutsche Begriff. Er bezeichnet in der Regel gepökelten und geräucherten Schweinebauch, der in dünne Scheiben geschnitten wurde.
- Bacon: Ist der internationale Begriff. Wenn man in Deutschland „Bacon“ kauft, meint man damit meist die extrem dünnen Scheiben („Streifenspeck“), die beim Braten sehr kross werden.
2. Das Fleischstück (Der Cut)
Hier liegt der größte Unterschied, wenn man über die Landesgrenzen schaut:
- In Deutschland/USA: Bacon bzw. Frühstücksspeck wird fast immer aus dem Schweinebauch (durchwachsener Speck) gewonnen. Er ist sehr fettreich und hat die typischen Fettstreifen.
- In England (British Bacon): „Bacon“ besteht hier oft aus dem Rücken (Loin), an dem noch ein Stück Bauch dran ist. Er ist deutlich fleischiger und weniger fettig als der amerikanische oder deutsche Frühstücksspeck.
- In Kanada (Canadian Bacon): Dies ist eigentlich gepökelter Schweinerücken (ähnlich wie Kasseler), der eher wie Schinken aussieht und kaum Fettränder hat.
3. Die Dicke der Scheiben
- Bacon: Wird meist hauchdünn geschnitten. Ziel ist es, dass das Fett beim Braten schnell austritt und die Scheibe innerhalb von Sekunden „crispy“ (knusprig) wird.
- Frühstücksspeck/Bauchspeck: Kann in Deutschland manchmal etwas dicker geschnitten sein (ca. 1–2 mm), besonders wenn er nicht nur gebraten, sondern auch für Eintöpfe oder Rouladen verwendet wird.
4. Die Herstellung (Pökeln & Räuchern)
- Beide werden in der Regel nass- oder trockengepökelt und anschließend geräuchert (meist Kaltrauch).
- Ein kleiner Unterschied: „Bacon“ wird oft etwas süßlicher gepökelt (mit einem Hauch Ahornsirup oder Zucker), um den typisch amerikanischen Geschmack zu erzeugen, während klassischer deutscher Speck eher würzig-salzig schmeckt.
5. Abgrenzung zu anderen Speckarten
Um die Verwirrung zu vervollständigen, muss man den Frühstücksspeck von anderen deutschen Speckarten abgrenzen:
- Rückenspeck (Fetter Speck): Weißes Fett ohne Fleischanteil (zum Spicken oder Auslassen).
- Schinkenspeck: Aus der Hüfte des Schweins, meist magerer und oft roh gegessen (wie Schwarzwälder Schinken).
- Wammerl/Dörrfleisch: Die bayerische bzw. süddeutsche Bezeichnung für Bauchspeck, oft am Stück verkauft.
Zusammenfassung
Wenn du vor dem Kühlregal stehst: Bacon und Frühstücksspeck sind meistens identisch. Beides ist gepökelter, geräucherter Schweinebauch.
Suchst du jedoch nach dem „echten“ englischen Bacon, musst du nach „Back Bacon“ (Rückenspeck) Ausschau halten, der deutlich fleischiger ist als die klassischen dünnen Streifen.