Wie hoch ist der CO2-Ausstoß bei der Herstellung von Luftpolsterfolie auf Erdölbasis?
Der CO2-Ausstoß bei der Herstellung von herkömmlicher Luftpolsterfolie auf Erdölbasis (meist aus LDPE – Low-Density Polyethylen) lässt sich in zwei Bereiche unterteilen: die Gewinnung des Materials und den eigentlichen Produktionsprozess.
Im Durchschnitt rechnet man mit folgenden Werten:
1. Der Wert pro Kilogramm Material
Die Herstellung von 1 kg LDPE (dem Rohstoff für Luftpolsterfolie) verursacht etwa 1,8 bis 2,5 kg CO2-Äquivalente.
Rechnet man den Energieaufwand für die Verarbeitung (Extrusion, das Aufblasen der Noppen und das Verschweißen der Lagen) hinzu, liegt der Gesamtwert für die fertige Folie meist bei:
ca. 2,5 bis 3,0 kg CO2 pro 1 kg Luftpolsterfolie.
2. Der Wert pro Quadratmeter (Praxisbeispiel)
Da Luftpolsterfolie sehr leicht ist, ist der Ausstoß pro Quadratmeter geringer, als man zunächst denkt. Das Gewicht hängt von der Noppengröße und der Folienstärke ab:
- Standard-Luftpolsterfolie (ca. 40 bis 50 g/m²):
- Verursacht etwa 0,10 bis 0,15 kg (100-150g) CO2 pro m².
- Stärkere/Mehrlagige Folie (ca. 80 bis 100 g/m²):
- Verursacht etwa 0,20 bis 0,30 kg (200-300g) CO2 pro m².
Faktoren, die den CO2-Ausstoß beeinflussen:
- Rohstoffherstellung: Dies ist der energieintensivste Teil. Die Förderung von Erdöl, das Cracken zu Ethylen und die Polymerisation zu Polyethylen benötigen enorme Mengen an Energie.
- Energiemix: Wird die Fabrik mit Kohlestrom oder mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben? Dies kann den CO2-Fußabdruck der Verarbeitung um bis zu 50 % verändern.
- Recyclinganteil: Luftpolsterfolie aus Recycling-Kunststoff (PCR - Post-Consumer Recycled) hat einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck (oft bis zu 60-80 % weniger), da der energieintensive Prozess der Erdölverarbeitung entfällt.
Vergleich zur Einordnung:
Um den Wert von 2,5 kg CO2 pro kg Folie besser zu verstehen:
- Ein Kilogramm Rindfleisch verursacht ca. 13 bis 30 kg CO2.
- Ein Kilogramm Papier/Pappe verursacht ca. 0,6 bis 1,0 kg CO2 (allerdings ist Papier für den gleichen Polstereffekt oft deutlich schwerer als Plastikfolie, was den Vorteil beim Transport wieder verringern kann).
Fazit: Das Hauptproblem der Luftpolsterfolie ist weniger der einmalige CO2-Ausstoß bei der Produktion, sondern die Tatsache, dass es sich oft um ein Einwegprodukt handelt, das bei falscher Entsorgung die Umwelt belastet und dessen fossile Ressourcen (Erdöl) verloren gehen.