Welche Ressourcen werden bei der industriellen Herstellung von Einweg-Frischhaltefolie verbraucht?
Die industrielle Herstellung von Einweg-Frischhaltefolie ist ein ressourcenintensiver Prozess, der vor allem auf fossilen Rohstoffen basiert. Die meisten handelsüblichen Folien bestehen aus Polyethylen (PE), insbesondere LDPE (Low-Density Polyethylene), oder seltener aus PVC (Polyvinylchlorid).
Hier sind die wichtigsten Ressourcen, die bei der Herstellung verbraucht werden:
1. Fossile Rohstoffe (Die Basis)
Der größte Anteil der Ressourcen entfällt auf die Gewinnung des Ausgangsmaterials:
- Erdöl und Erdgas: Diese dienen als Rohstoff für die Erzeugung von Ethylen. Etwa 99 % der Kunststoffe werden aus fossilen Quellen gewonnen. Um 1 kg Polyethylen herzustellen, werden etwa 2 kg Erdöl (sowohl als Rohstoff als auch für die Prozessenergie) benötigt.
- Chemische Vorprodukte: Im sogenannten „Cracker“ werden die fossilen Rohstoffe unter hohem Druck und Hitze in Monomere (wie Ethylen) aufgespalten.
2. Energieverbrauch
Die Produktion von Kunststofffolien ist extrem energieaufwendig:
- Polymerisation: Die Umwandlung von Gasen (Ethylen) in festes Kunststoffgranulat benötigt enorme Mengen an Strom und thermischer Energie.
- Extrusion (Folienblasen/Gießen): Das Granulat muss bei Temperaturen zwischen 150 °C und 230 °C geschmolzen werden. Danach wird es durch Düsen gepresst (extrudiert), um die extrem dünne Schicht (meist nur 10 bis 12 Mikrometer) zu erzeugen.
- Maschinenbetrieb: Neben der Hitze wird elektrische Energie für die Pumpen, Gebläse (zur Kühlung der Folie) und Wickelmaschinen benötigt.
3. Wasser
Wasser wird in verschiedenen Stadien des Prozesses verbraucht:
- Kühlung: Nach dem Extrudieren muss die heiße Folie schnell abgekühlt werden. Dies geschieht oft über wassergekühlte Walzen oder in Kühlbädern.
- Prozesswasser: In der chemischen Industrie wird Wasser zur Reinigung, Dampferzeugung und als Reaktionsmedium genutzt.
4. Additive (Zusatzstoffe)
Damit die Folie ihre typischen Eigenschaften (Haftung, Dehnbarkeit, Transparenz) erhält, werden chemische Zusätze benötigt:
- Weichmacher: Besonders bei PVC-Folien wichtig (oft Adipate), bei PE-Folien kommen meist spezielle Haftvermittler (wie PIB - Polyisobutylen) zum Einsatz, damit die Folie an Schüsseln klebt.
- Gleitmittel und Antistatika: Damit die Folie bei der Produktion nicht reißt oder statisch aufgeladen wird.
- Antifog-Mittel: Damit die Folie in der Kühlung nicht beschlägt.
5. Verpackung und Logistik
Ein oft unterschätzter Ressourcenverbrauch betrifft das Endprodukt:
- Pappkerne: Die Folie wird auf Rollen aus Hartpappe (Zellulose/Holz) gewickelt.
- Umverpackung: Faltschachteln aus Karton und oft eine Abreißkante aus Metall (Aluminium oder Stahl) oder Kunststoff.
- Transport: Aufgrund des geringen Gewichts, aber des hohen Volumens der Rollen, ist der CO2-Fußabdruck für den Transport im Verhältnis zum Materialwert relevant.
Zusammenfassende Bilanz
Obwohl eine einzelne Schicht Frischhaltefolie extrem leicht ist (wenige Gramm pro Meter), ist die kumulierte Ressourcenintensität hoch:
- Hoher fossiler Bedarf (Erdölabhängigkeit).
- Hoher Energieeinsatz für die thermische Verarbeitung.
- Geringe Recyclingquote: Da die Folien oft mit Lebensmitteln verschmutzt sind und sehr dünn sind, werden sie fast nie recycelt, sondern meist thermisch verwertet (verbrannt).
Umweltaspekt: Die Produktion verbraucht nicht nur Ressourcen, sondern setzt auch Treibhausgase frei. Für die Herstellung von 1 kg LDPE-Folie werden etwa 1,6 bis 2 kg CO2-Äquivalente ausgestoßen.