Wie funktioniert die spezielle Falttechnik (Interfolding), durch die beim Herausziehen eines Tuchs automatisch das nächste Stück aus der Box nachrückt?

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Diese Technik wird fachsprachlich als Interfolding (ineinandergreifende Faltung) bezeichnet. Das Prinzip ist genial einfach und basiert auf der geschickten Überlappung der einzelnen Blätter.

Hier ist die Schritt-für-Schritt-Erklärung, wie das funktioniert:

1. Die Grundstruktur: Die Verzahnung

Die Tücher liegen in der Box nicht einfach lose übereinander, sondern sind ineinander verschachtelt. Stellen Sie sich jedes Tuch wie ein gefaltetes „V“ oder „Z“ vor.

  • Das untere Ende von Tuch A umschließt den Anfang von Tuch B.
  • Das Ende von Tuch B umschließt wiederum den Anfang von Tuch C, und so weiter.

2. Der Zieh-Vorgang (Reibung und Mitnahme)

Wenn Sie das oberste Tuch (Tuch A) aus der Box ziehen, passiert Folgendes:

  • Durch die Faltung entsteht Reibung zwischen den Papieroberflächen.
  • Da das Ende von Tuch A um den Anfang von Tuch B gewickelt ist, wird Tuch B ein Stück weit mit nach oben gezogen.

3. Die Rolle des Schlitzes

Die Öffnung der Box (meist ein schmaler Schlitz oder eine Plastikmembran) spielt eine entscheidende Rolle:

  • Der Schlitz ist eng genug, um einen gewissen Widerstand zu leisten.
  • Sobald Tuch A komplett aus der Box herausgezogen ist, löst sich die Verbindung zu Tuch B.
  • Tuch B ist nun aber schon so weit durch den Schlitz gezogen worden, dass es oben herausragt und dort durch den Widerstand des Schlitzes gehalten wird. Es „wartet“ auf den nächsten Benutzer.

Die gängigsten Faltarten

Es gibt verschiedene Varianten des Interfoldings, je nachdem, wie groß das Tuch ist und wie kompakt die Box sein soll:

  1. V-Falz (Zick-Zack-Falz): Das Tuch ist einmal in der Mitte gefaltet (V-Form). Die Tücher greifen einfach ineinander. Das ist die einfachste Form, oft bei günstigen Papierhandtüchern zu finden.
  2. Z-Falz: Das Tuch ist zweimal gefaltet, sodass es wie ein „Z“ aussieht. Dies sorgt für eine noch bessere Trennung der Tücher, damit man nicht versehentlich zwei auf einmal herauszieht.
  3. W-Falz (Multifold): Das Tuch ist mehrfach gefaltet. Das ermöglicht es, sehr große Tücher in sehr schmalen Spendern unterzubringen. Die Überlappung ist hier besonders sicher.

Die Vorteile dieser Technik

  • Hygiene: Man berührt nur das Tuch, das man auch tatsächlich benutzt. Die restlichen Tücher bleiben geschützt in der Box.
  • Einzeltuchentnahme: Es wird verhindert, dass man einen ganzen Klumpen Tücher erwischt, was Verschwendung reduziert.
  • Komfort: Man muss nicht mit nassen oder schmutzigen Fingern in der Box nach dem nächsten Tuch suchen.

Zusammenfassend: Das Interfolding nutzt die physikalische Reibung und die mechanische Verzahnung der Tücher, um eine endlose Kette zu simulieren, die erst im Moment der Entnahme unterbrochen wird.