Wie erkennt man schwer abbaubares Mikroplastik in der Inhaltsliste von Handcremes?

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Um schwer abbaubares Mikroplastik oder flüssige Kunststoffe in Handcremes zu erkennen, muss man die Liste der Inhaltsstoffe (INCI) genau lesen. Da die Begriffe oft kompliziert sind, hilft es, auf bestimmte Wortbestandteile und Abkürzungen zu achten.

Hier ist ein Leitfaden, wie du Kunststoffe in der Inhaltsliste (INCI) identifizierst:

1. Die häufigsten festen Mikroplastik-Partikel

In Handcremes sind feste Partikel (z. B. für Peelings) seltener als in Duschgels, kommen aber vor. Achte auf:

  • Polyethylene (PE)
  • Polypropylene (PP)
  • Polyethylene Terephthalate (PET)
  • Nylon (z.B. Nylon-12, Nylon-6)
  • Polyurethane (PUR)

2. Flüssige, gelbe oder wachsartige Kunststoffe (Synthetische Polymere)

In Handcremes werden häufig wasserlösliche oder flüssige Kunststoffe als Bindemittel, Filmbildner oder Weichmacher eingesetzt. Diese sind biologisch ebenfalls schwer abbaubar. Suche nach:

  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Polyquaternium (PQ) (oft gefolgt von einer Zahl, z. B. Polyquaternium-7)
  • Carbomer
  • Crosspolymere (fast alles, was auf „-crosspolymer“ endet)
  • PVP (Polyvinylpyrrolidon)

3. Faustregel: Die „Poly-Regel“

Ein sehr guter Anhaltspunkt ist die Vorsilbe „Poly-“. Fast alle Inhaltsstoffe, die so beginnen, sind synthetische Polymere (Kunststoffe).

  • Beispiele: Polyacrylate, Polymethylmethacrylate.

4. Silikone (ebenfalls schwer abbaubar)

Obwohl Silikone technisch gesehen kein Mikroplastik sind, handelt es sich um synthetische Polymere, die die Umwelt belasten und in Handcremes für ein seidiges Gefühl sorgen. Du erkennst sie an den Endungen:

  • -cone (z. B. Dimethicone, Cyclomethicone)
  • -xane (z. B. Cyclotetrasiloxane)

Hilfsmittel zur Erkennung

Da man sich nicht alle Fachbegriffe merken kann, gibt es praktische digitale Helfer:

  1. Apps:
    • CodeCheck: Barcode scannen und sofort sehen, ob Mikroplastik enthalten ist.
    • ToxFox (BUND): Sucht gezielt nach Schadstoffen und Mikroplastik.
  2. Siegel (Der sicherste Weg): Wenn du sichergehen willst, dass gar kein Plastik enthalten ist, achte auf zertifizierte Naturkosmetik-Siegel. Diese verbieten den Einsatz von erdölbasierten Kunststoffen komplett:
    • NATRUE
    • BDIH / COSMOS
    • Ecocert
    • Flustix-Siegel (speziell für mikroplastikfreie Produkte)

Warum ist das in Handcremes überhaupt drin?

Hersteller nutzen diese Stoffe, damit die Creme:

  • Schneller einzieht oder ein glattes Gefühl hinterlässt (Silikone).
  • Günstig dicker und cremiger wird (Carbomere/Acrylate).
  • Einen Schutzfilm auf der Haut bildet (Filmbildner).

Tipp: Viele Eigenmarken von Drogerien (z. B. Balea, Isana, Alverde) haben mittlerweile einen Hinweis wie „Rezeptur ohne Mikroplastik“ direkt auf der Vorderseite der Tube stehen, da das Bewusstsein der Verbraucher gewachsen ist.

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