Wie viel Mikroplastik gelangt durch minderwertiges Toilettenpapier in den Wasserkreislauf?

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Die kurze Antwort lautet: Durch herkömmliches, trockenes Toilettenpapier – egal ob hochwertig oder „minderwertig“ – gelangt so gut wie kein Mikroplastik in den Wasserkreislauf.

Toilettenpapier besteht fast ausschließlich aus Zellulosefasern (Holzschliff oder Recyclingpapier), die biologisch abbaubar sind und sich im Wasser mechanisch zersetzen.

Es gibt jedoch drei wichtige Nuancen und eine große Ausnahme, die man bei dieser Frage beachten muss:

1. Die Ausnahme: Feuchttücher (Der eigentliche Verursacher)

Wenn Menschen von „Toilettenpapier und Plastik“ sprechen, sind meist Feuchttücher gemeint.

  • Viele herkömmliche Feuchttücher bestehen nicht aus Papier, sondern aus einem Vliesgemisch, das Polyester oder Polypropylen enthält.
  • Diese Tücher lösen sich im Wasser nicht auf. Wenn sie die Kläranlagen passieren (oder dort hängen bleiben), können sie durch Reibung Mikroplastikfasern in den Wasserkreislauf abgeben.
  • Selbst Produkte, die als „biologisch abbaubar“ beworben werden, brauchen oft viel länger zum Zerfallen, als sie für den Weg zur Kläranlage benötigen.

2. Mikroplastik in Recycling-Toilettenpapier

Bei „minderwertigem“ Papier handelt es sich oft um Recyclingpapier. Hier gibt es einen interessanten Aspekt:

  • In der Altpapiermasse können Rückstände von Klebstoffen, Beschichtungen (z. B. von Magazinen) oder Druckfarben enthalten sein, die winzige Mengen synthetischer Polymere (Mikroplastik) enthalten.
  • Studien zeigen jedoch, dass dieser Anteil im Vergleich zu anderen Quellen (wie Reifenabrieb oder Textilwäsche) verschwindend gering ist. Zellulose bleibt der Hauptbestandteil.

3. Additive und Inhaltsstoffe

„Minderwertiges“ (billiges) Klopapier ist oft purer als teures Luxus-Papier.

  • Teures Papier enthält oft Lotionen, Duftstoffe oder spezielle Prägungen, die mit synthetischen Bindemitteln fixiert werden. Hier ist die Wahrscheinlichkeit für chemische Rückstände paradoxerweise oft höher als bei einfachem Recyclingpapier.
  • Dennoch handelt es sich auch hierbei meist nicht um „Mikroplastik“ im klassischen Sinne (feste Partikel), sondern um wasserlösliche Polymere, deren Umweltwirkung noch erforscht wird.

4. Die Verpackung

Das meiste Plastik im Zusammenhang mit Toilettenpapier gelangt durch die Umverpackung in die Umwelt, wenn diese nicht korrekt recycelt wird und durch Verwitterung zu Mikroplastik zerfällt. Das betrifft sowohl billige als auch teure Marken gleichermaßen, sofern sie in Plastikfolie eingeschweißt sind.

Fazit

Im Vergleich zu den Hauptquellen von Mikroplastik (Reifenabrieb, Abrieb von Synthetik-Kleidung in der Waschmaschine, Kosmetik) spielt trockenes Toilettenpapier nahezu keine Rolle.

Wenn Sie Mikroplastik im Abwasser vermeiden wollen:

  1. Verzichten Sie komplett auf Feuchttücher (oder nutzen Sie Alternativen wie Bidet-Einsätze oder Reinigungsschaum für normales Papier).
  2. Achten Sie auf das „Blauer Engel“-Siegel bei Toilettenpapier. Dies garantiert eine umweltschonende Herstellung aus 100 % Altpapier ohne schädliche Zusätze.
  3. Wählen Sie nach Möglichkeit Toilettenpapier in Papierverpackungen.
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