Wie erkennt man, ob eine Serviette umweltschädliche Bleichmittel enthält?

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Es ist für Laien schwierig, allein durch das Betrachten oder Anfühlen einer weißen Serviette festzustellen, welche Bleichmittel verwendet wurden. Es gibt jedoch klare Indikatoren, auf die du beim Kauf oder bei der Verwendung achten kannst.

Hier sind die wichtigsten Wege, um umweltschädliche Bleichmittel zu erkennen:

1. Achte auf die Farbe (Der offensichtlichste Hinweis)

  • Schneeweiß: Wenn eine Serviette strahlend weiß ist, wurde sie definitiv gebleicht. Hierbei ist die Frage, wie sie gebleicht wurde.
  • Braun/Naturbraun: Diese Servietten sind in der Regel ungebleicht. Das ist die umweltfreundlichste Variante, da komplett auf Bleichmittel verzichtet wurde.
  • Graustich: Dies deutet oft auf Recyclingpapier hin, das nur minimal oder gar nicht gebleicht wurde.

2. Suche nach spezifischen Siegeln (Der sicherste Weg)

Zertifizierungen sind der verlässlichste Weg, um die Umweltbelastung einzuschätzen. Achte auf der Verpackung auf folgende Logos:

  • Blauer Engel: Dies ist das strengste Siegel. Es garantiert, dass das Papier zu 100 % aus Altpapier besteht und chlorfrei hergestellt wurde.
  • EU Ecolabel (Die EU-Blume): Garantiert eine geringere Umweltbelastung, schränkt den Einsatz von Chloridgas als Bleichmittel stark ein.
  • FSC- oder PEFC-Siegel: Diese stehen primär für nachhaltige Forstwirtschaft, sagen aber nicht zwingend etwas über den Bleichprozess aus (außer es steht ein Zusatz dabei).

3. Fachbegriffe auf der Verpackung verstehen

Hersteller nutzen oft Abkürzungen, um den Bleichprozess zu beschreiben:

  • TCF (Totally Chlorine Free): Das ist die beste Wahl bei weißen Servietten. Es bedeutet „vollständig chlorfrei gebleicht“. Hier wurden alternative Bleichmittel wie Sauerstoff, Ozon oder Wasserstoffperoxid verwendet.
  • ECF (Elemental Chlorine Free): Dies bedeutet „elementarchlorfrei gebleicht“. Es wurde kein Chlorgas verwendet, aber dennoch Chlorverbindungen (Chlordioxid). Das ist zwar besser als die alte Methode mit Chlorgas, aber weniger umweltfreundlich als TCF.
  • Chlorfrei gebleicht: Dieser allgemeine Begriff entspricht meist dem TCF-Standard.

4. Das Material (Recycling vs. Frischfaser)

  • Recycling-Servietten: Sie sind ökologisch immer überlegen, da sie keine neuen Bäume benötigen. Oft erkennt man sie an einer etwas raueren Textur oder der Aufschrift "100% Recycling".
  • Frischfaser: Um diese sehr weich und hellweiß zu bekommen, ist meist ein intensiverer chemischer Prozess nötig.

5. Der Geruchstest (Eingeschränkt zuverlässig)

Manchmal riechen sehr billige, stark gebleichte Servietten beim Auspacken leicht chemisch oder stechend (ähnlich wie Schwimmbadwasser oder Reinigungsmittel). Das ist ein Warnsignal für Rückstände von Chlorverbindungen. Hochwertige oder ökologische Servietten sind absolut geruchsneutral.

Zusammenfassung: Worauf solltest du beim Kauf achten?

Wenn du sichergehen willst, dass deine Servietten die Umwelt nicht belasten:

  1. Wähle ungebleichte, braune Servietten.
  2. Achte auf das „Blauer Engel“ Logo.
  3. Achte auf den Aufdruck „TCF“ (Totally Chlorine Free).

Hintergrundinfo: Warum ist Chlorbleiche schlimm? Bei der Verwendung von elementarem Chlor entstehen Dioxine und andere organische Chlorverbindungen, die extrem giftig für Wasserorganismen sind und sich in der Nahrungskette anreichern. In der EU ist der Einsatz von reinem Chlorgas heute weitgehend verboten, bei Importware aus Nicht-EU-Ländern ist jedoch Vorsicht geboten.

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