Wie erkennt man, ob eine Briefmarke bereits durch einen Poststempel entwertet wurde?

Melden

Um zu erkennen, ob eine Briefmarke bereits entwertet wurde, gibt es verschiedene Merkmale, auf die man achten sollte. Hier ist eine Checkliste, sortiert von den offensichtlichsten bis zu den subtileren Hinweisen:

1. Der klassische Poststempel (Sichtprüfung)

Das ist das eindeutigste Zeichen. Achten Sie auf:

  • Schwarze oder farbige Tinte: Meist kreisförmige Stempel mit Ortsnamen und Datum.
  • Wellen- oder Werbestempel: Lange Linien oder Werbetexte, die oft nur einen Teil der Marke treffen.
  • Teilstempel: Oft ist nur eine Ecke der Marke von einem schwarzen Abdruck getroffen. Selbst ein kleiner schwarzer Strich am Rand bedeutet in der Regel, dass die Marke entwertet ist.

2. Handschriftliche Entwertung

Wenn die automatische Stempelmaschine eine Marke übersehen hat, entwerten Postmitarbeiter diese oft manuell:

  • Kugelschreiber- oder Filzstiftstriche: Ein einfaches Kreuz oder ein dicker Strich über der Marke.
  • Paraphierung: Manchmal schreiben Postbeamte auch ihr Kürzel oder das Datum per Hand auf die Marke.

3. Der Matrixcode (Moderne Briefmarken)

Moderne deutsche Briefmarken haben oft einen quadratischen Matrixcode (ähnlich einem QR-Code) an der Seite.

  • Digitale Entwertung: Diese Marken werden im Briefzentrum gescannt. Auch wenn kein physischer Stempel auf der Marke zu sehen ist, ist sie im System der Post als „verbraucht“ registriert.
  • Test: Es gibt Apps (wie die Post & DHL App), mit denen man den Code scannen kann. Das System zeigt dann oft an, ob die Marke bereits verwendet wurde.

4. Die Gummierung (Rückseite)

Wenn die Vorderseite sauber aussieht, hilft ein Blick auf die Rückseite:

  • Postfrisch: Eine ungebrauchte Marke hat eine glatte, glänzende und gleichmäßige Gummischicht (bei älteren Marken) oder eine intakte Klebeschicht (bei selbstklebenden Marken).
  • Gebraucht/Abgewaschen: Wenn die Rückseite matt, rau ist oder Papierreste (vom Briefumschlag) daran kleben, wurde die Marke bereits auf einen Brief geklebt und vermutlich wieder abgelöst.
  • Falz-Spuren: Bei Sammlerstücken findet man oft „Falz-Reste“ (kleine Klebestreifen). Dies sind Marken, die zwar nicht gestempelt, aber bereits in Alben eingeklebt waren.

5. Prüfung unter UV-Licht

Viele Briefmarken sind mit Fluoreszenzstoffen beschichtet, damit die Sortiermaschinen sie erkennen.

  • Wurde eine Marke bereits abgestempelt, ist die Fluoreszenz an den Stellen, wo die Stempeltinte sitzt, unterbrochen oder „blind“.
  • Manche modernen Entwertungen hinterlassen Spuren, die nur unter UV-Licht (Schwarzlicht) sichtbar sind.

6. Chemische Reinigung (Vorsicht vor Betrug)

Manchmal versuchen Menschen, Stempel mit Chemikalien zu entfernen, um die Marke erneut zu verwenden.

  • Verblasste Farben: Wenn die Farben der Marke blass oder „ausgewaschen“ wirken, könnte sie manipuliert worden sein.
  • Papierstruktur: Das Papier wirkt an gestempelten Stellen oft aufgeraut, wenn versucht wurde, den Stempel wegzuradieren.

Wichtiger Hinweis:

Die Wiederverwendung einer bereits entwerteten Briefmarke (auch wenn kein Stempel sichtbar ist, sie aber schon einmal auf einem Brief klebte) gilt rechtlich als Betrug oder Urkundenfälschung. Die Post kann in solchen Fällen Nachporto verlangen und die Sendung wird unter Umständen nicht zugestellt.

Zusammenfassend: Wenn die Marke keinen Stempel hat, die Rückseite aber nicht mehr perfekt klebt oder der Matrixcode bereits registriert ist, sollte man sie nicht mehr für den Postversand verwenden.

0