Welche Stromanschlüsse sind für die Installation eines leistungsstarken Durchlauferhitzers erforderlich?
Die Installation eines leistungsstarken Durchlauferhitzers (z. B. für Bad oder Dusche) erfordert spezielle elektrische Voraussetzungen, da diese Geräte sehr viel Energie in kurzer Zeit benötigen. Ein normaler 230V-Stecker reicht hier nicht aus.
Hier sind die erforderlichen Stromanschlüsse und technischen Voraussetzungen im Detail:
1. Drehstromanschluss (Starkstrom)
Leistungsstarke Durchlauferhitzer benötigen zwingend Drehstrom (auch Starkstrom oder Kraftstrom genannt) mit einer Spannung von 400 Volt.
- Standard-Steckdosen (230V) können nur kleine „Mini-Durchlauferhitzer“ (bis ca. 3,5–6 kW) versorgen, die lediglich für ein Handwaschbecken ausreichen.
- Für eine Dusche oder Badewanne sind Geräte mit 18, 21, 24 oder 27 kW üblich.
2. Die passende Absicherung (Sicherungen)
Je nach Leistung des Geräts muss die Absicherung im Sicherungskasten dimensioniert sein. Es werden drei zusammenhängende Sicherungsautomaten benötigt:
- 18 kW: ca. 32 A
- 21 kW: ca. 32 A (oft auch 35 A)
- 24 kW: ca. 35 A bis 40 A
- 27 kW: ca. 40 A
3. Leitungsquerschnitt (Kabeldicke)
Das Kabel muss dick genug sein, um die hohen Ströme ohne Überhitzung zu leiten. Die genaue Dimensionierung hängt von der Verlegeart und der Länge des Kabels ab, aber als Faustregel gilt:
- Meistens wird ein 5-adriges Kabel (L1, L2, L3, N, PE) verwendet.
- Der Querschnitt beträgt in der Regel 6 mm² (bei kürzeren Wegen und Standardleistungen) oder 10 mm² (bei 27 kW oder langen Leitungswegen).
4. FI-Schutzschalter (RCD)
Seit einigen Jahren ist es Vorschrift, dass Durchlauferhitzer über einen Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter) abgesichert sind, insbesondere da sie im Badezimmer (Nassbereich) betrieben werden. In älteren Gebäuden muss dieser oft nachgerüstet werden.
5. Anmeldung beim Energieversorger (Wichtig!)
Durchlauferhitzer sind genehmigungspflichtige Geräte, da sie das Stromnetz stark belasten:
- Geräte bis 12 kW: Müssen dem Netzbetreiber in der Regel nur gemeldet werden.
- Geräte über 12 kW: Hier muss der Elektroinstallateur vorab eine Zustimmung des Netzbetreibers einholen. Er prüft, ob die Hausanschlussleitung für diese Last ausgelegt ist.
Zusammenfassung der Anforderungen:
| Leistung (kW) | Spannung (V) | Absicherung (A) | Empf. Kabelquerschnitt | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|---|
| 3,5 - 6,5 | 230V | 16 - 32A | 1,5 - 4 mm² | Gäste-WC (Waschbecken) |
| 11 - 13 | 400V | 16 - 20A | 2,5 - 4 mm² | Kleine Dusche / Küche |
| 18 - 21 | 400V | 32A | 6 mm² | Standard-Bad (Dusche) |
| 24 - 27 | 400V | 35 - 40A | 6 - 10 mm² | Luxus-Bad (Regendusche) |
Wichtiger Sicherheitshinweis:
Die Installation eines Durchlauferhitzers darf nur durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Das Arbeiten mit 400V ist lebensgefährlich. Zudem erlischt bei Eigeninstallation oft die Garantie, und im Schadensfall (Brand) zahlt die Versicherung nicht, wenn kein fachmännischer Installationsnachweis vorliegt.