Welche Risiken entstehen, wenn das Wasser für die Nasenspülung Keime enthält oder nicht abgekocht wurde?

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Die Verwendung von verunreinigtem oder nicht abgekochtem Leitungswasser für Nasenspülungen birgt ernsthafte gesundheitliche Risiken. Auch wenn Leitungswasser in Ländern wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz eine sehr hohe Qualität hat und als Trinkwasser sicher ist, ist es nicht steril.

In den Magen gelangt, werden die meisten Keime durch die Magensäure abgetötet. Die Nasenschleimhaut hingegen ist wesentlich empfindlicher und bietet einen direkten Zugangsweg in Richtung Nebenhöhlen und in extrem seltenen Fällen sogar zum Gehirn.

Hier sind die spezifischen Risiken:

1. Infektionen durch Amöben (Naegleria fowleri)

Dies ist das gefährlichste, wenn auch in Europa extrem seltene Risiko. Die Amöbe Naegleria fowleri (oft als „gehirnfressende Amöbe“ bezeichnet) kann in warmem Süßwasser vorkommen.

  • Der Weg: Wenn infiziertes Wasser tief in die Nase gelangt, kann die Amöbe über den Riechnerv direkt in das Gehirn wandern.
  • Die Folge: Eine primäre Amöben-Meningoenzephalitis (PAM), eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, die fast immer tödlich verläuft.
  • Vorkommen: Besonders in den USA (südliche Bundesstaaten) gab es Todesfälle durch Nasenspülungen mit Leitungswasser. In Deutschland ist das Risiko aufgrund der Wasseraufbereitung und kühlerer Temperaturen extrem gering, aber theoretisch nicht ausgeschlossen.

2. Bakterielle Infektionen (z. B. Pseudomonas oder Legionellen)

Leitungswasser kann geringe Mengen an Bakterien enthalten, die beim Trinken harmlos sind, aber in den Nebenhöhlen Probleme verursachen können.

  • Pseudomonas aeruginosa: Diese Bakterien können hartnäckige Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) auslösen, die oft schwer mit Antibiotika zu behandeln sind.
  • Legionellen: Diese können sich besonders in Hauswasserleitungen (warmes Wasser) vermehren. Werden sie tief eingeatmet oder über die Spülung in die Nähe der Atemwege gebracht, können sie Infektionen verursachen.

3. Acanthamöben-Keratitis

Acanthamöben sind andere Einzeller, die in Leitungswasser vorkommen können. Sie können chronische Entzündungen der Nasenschleimhaut verursachen oder bei mangelnder Hygiene (wenn man sich danach mit ungewaschenen Händen an die Augen fasst) schwere Augeninfektionen auslösen.

4. Reizung der Schleimhäute durch Verunreinigungen

Leitungswasser enthält je nach Region unterschiedliche Mengen an Chlor, Kalk, Fluoriden oder anderen Mineralien.

  • Diese Stoffe können die empfindliche Nasenschleimhaut reizen, austrocknen oder Schwellungen verursachen, was den eigentlichen Zweck der Nasenspülung (Reinigung und Beruhigung) zunichtemacht.

5. Biofilm-Bildung im Spülgerät

Wenn nicht abgekochtes Wasser verwendet wird, bildet sich im Inneren der Nasendusche schneller ein Biofilm (ein Schleimfilm aus Bakterien). Bei der nächsten Nutzung spült man sich diese konzentrierten Keime direkt in die Nase.


Wie man es richtig macht (Sicherheitshinweise):

Um diese Risiken zu vermeiden, sollten Sie für die Nasenspülung ausschließlich folgende Wasserarten verwenden:

  1. Abgekochtes Wasser: Lassen Sie Leitungswasser mindestens 3 bis 5 Minuten sprudelnd kochen und lassen Sie es danach auf handwarme Temperatur abkühlen. Das Kochen tötet alle relevanten Mikroorganismen ab.
  2. Destilliertes oder steriles Wasser: Erhältlich in Apotheken oder Drogeriemärkten (achten Sie darauf, dass es für medizinische Zwecke geeignet ist).
  3. Isotonische Kochsalzlösung: Verwenden Sie immer die richtige Menge Salz (meist 0,9 %, also ca. 2,5g auf 250ml). Pures Wasser ohne Salz brennt in der Nase und schädigt die Zellen der Schleimhaut durch Osmose.

Wichtig: Reinigen Sie das Spülgerät nach jeder Benutzung gründlich und lassen Sie es an der Luft vollständig trocknen, um Keimwachstum zu verhindern.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Symptomen einer Infektion suchen Sie bitte einen Arzt auf.

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