Welche Risiken entstehen, wenn Wundschutzcreme bei einer bestehenden Pilzinfektion verwendet wird?

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Die Verwendung herkömmlicher Wundschutzcreme (meist auf Zinkbasis) bei einer bereits bestehenden Pilzinfektion (häufig Candida albicans, bekannt als Windelsoor) kann kontraproduktiv sein und birgt mehrere Risiken.

Hier sind die wichtigsten Gründe, warum herkömmliche Wundschutzcreme in diesem Fall problematisch ist:

1. Der „Treibhauseffekt“ (Okklusion)

Wundschutzcremes sind darauf ausgelegt, eine wasserabweisende Barriere zu bilden, um die Haut vor Urin und Stuhl zu schützen. Bei einem Pilzbefall bewirkt diese Barriere jedoch das Gegenteil von dem, was gewünscht ist:

  • Feuchtigkeitsstau: Die Creme schließt die Feuchtigkeit auf der Haut ein. Pilze gedeihen hervorragend in einem warmen, feuchten Milieu.
  • Wärmestau: Unter der dicken Cremeschicht steigt die Temperatur leicht an.
  • Ergebnis: Die Infektion breitet sich unter der Schutzschicht schneller aus, da das „Mikroklima“ für den Pilz idealisiert wird.

2. Fehlende Wirkstoffe

Eine normale Wundschutzcreme enthält in der Regel Zinkoxid und pflegende Fette, aber kein Antimykotikum (Wirkstoff gegen Pilze).

  • Das bedeutet, der Pilz wird nicht bekämpft, sondern nur „abgedeckt“. Da die Ursache nicht behandelt wird, verschlimmert sich der Zustand der Haut stetig.

3. Behinderung der Atmung der Haut

Eine infizierte Hautpartie muss „atmen“ können, um abzuheilen. Die dicke, oft zähe Konsistenz von Zinksalben verhindert den Luftaustausch. Bei einer Pilzinfektion ist es jedoch wichtig, die Haut so trocken wie möglich zu halten (viel Luft heranzulassen).

4. Risiko von Sekundärinfektionen

Durch das Aufweichen der Haut unter der Cremeschicht (Mazeration) wird die natürliche Barrierefunktion der Haut weiter geschwächt. Dies kann dazu führen, dass sich zusätzlich zum Pilz auch Bakterien (z. B. Staphylokokken) ansiedeln. Es kommt zu einer sogenannten Superinfektion, die deutlich schwerer zu behandeln ist.

5. Schwierigkeit der Reinigung

Wundschutzcremes haften sehr stark. Um sie zu entfernen, muss man oft reiben, was die ohnehin schon entzündete und durch den Pilz gereizte Haut zusätzlich mechanisch schädigt und Schmerzen verursacht.


Was sollte man stattdessen tun?

  1. Arztbesuch: Wenn der Verdacht auf eine Pilzinfektion besteht (typisch sind stark gerötete Haut, oft mit kleinen „Pusteln“ oder „Inseln“ am Rand der Rötung), sollte ein Arzt (Kinderarzt oder Dermatologe) aufgesucht werden.
  2. Antimykotische Salbe: Der Arzt wird eine spezielle Creme verschreiben, die einen Wirkstoff gegen Pilze enthält (z. B. Nystatin oder Clotrimazol).
  3. Viel Luft: Die betroffene Stelle so oft wie möglich unbedeckt lassen („unten ohne“ strampeln lassen oder keine enge Kleidung tragen).
  4. Trockenheit: Nach dem Reinigen (nur mit klarem Wasser oder Öl, keine Feuchttücher mit Duftstoffen) die Haut vorsichtig trocken tupfen oder föhnen (Vorsicht: Verbrennungsgefahr, Hand dazwischen halten).

Zusammenfassend: Herkömmliche Wundschutzcreme ist zur Prävention super, aber bei einer akuten Pilzinfektion gefährlich, da sie das Pilzwachstum durch Feuchtigkeitsstau fördern kann.

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