Welche chemischen Stoffe müssen in Wasser gelöst sein, damit eine Elektrolytlösung entsteht?
Damit eine Elektrolytlösung entsteht, müssen Stoffe im Wasser gelöst sein, die in Ionen zerfallen (Dissoziation) oder mit dem Wasser Ionen bilden. Ionen sind elektrisch geladene Teilchen, die den Stromtransport in der Flüssigkeit ermöglichen.
Man unterteilt diese Stoffe grob in drei Gruppen:
1. Salze (Ionensubstanzen)
Salze bestehen bereits im festen Zustand aus einem Ionengitter (Metall-Kationen und Nichtmetall-Anionen). Wenn sie sich in Wasser lösen, wird das Gitter aufgebrochen und die Ionen werden frei beweglich.
- Beispiele:
- Kochsalz (Natriumchlorid, $NaCl$) $\rightarrow$ zerfällt in $Na^+$ und $Cl^-$
- Magnesiumchlorid ($MgCl_2$) $\rightarrow$ zerfällt in $Mg^{2+}$ und $2 Cl^-$
- Kaliumsulfat ($K_2SO_4$) $\rightarrow$ zerfällt in $2 K^+$ und $SO_4^{2-}$
2. Säuren
Säuren sind molekular gebaute Stoffe, die beim Lösen in Wasser mit den Wassermolekülen reagieren (Protolyse). Dabei geben sie ein Wasserstoff-Ion ($H^+$) ab, das sich an ein Wassermolekül anlagert.
- Beispiele:
- Salzsäure (Chlorwasserstoff, $HCl$) $\rightarrow$ bildet $H_3O^+$ und $Cl^-$
- Schwefelsäure ($H_2SO_4$) $\rightarrow$ bildet $H_3O^+$ und $HSO_4^-$ (bzw. $SO_4^{2-}$)
- Essigsäure ($CH_3COOH$) $\rightarrow$ bildet $H_3O^+$ und $CH_3COO^-$
3. Basen (Laugen)
Hierzu gehören entweder Metallhydroxide (die wie Salze zerfallen) oder Stoffe wie Ammoniak, die mit Wasser reagieren und Hydroxid-Ionen bilden.
- Beispiele:
- Natriumhydroxid (Ätznatron, $NaOH$) $\rightarrow$ zerfällt in $Na^+$ und $OH^-$
- Kaliumhydroxid ($KOH$) $\rightarrow$ zerfällt in $K^+$ und $OH^-$
- Ammoniak ($NH_3$) $\rightarrow$ reagiert mit Wasser zu $NH_4^+$ und $OH^-$
Zusammenfassung: Was macht einen Stoff zum Elektrolyten?
Ein Stoff ist dann ein Elektrolyt, wenn er beim Lösen in einem polaren Lösungsmittel (wie Wasser) frei bewegliche Ladungsträger (Ionen) erzeugt.
Wichtig zu wissen:
- Starke Elektrolyte: Stoffe, die vollständig in Ionen zerfallen (z. B. Kochsalz, Salzsäure). Sie leiten den Strom sehr gut.
- Schwache Elektrolyte: Stoffe, die nur zu einem kleinen Teil in Ionen zerfallen (z. B. Essigsäure). Sie leiten den Strom deutlich schlechter.
- Nicht-Elektrolyte: Stoffe, die sich zwar in Wasser lösen, aber keine Ionen bilden (z. B. Zucker oder Alkohol). Diese Lösungen leiten keinen elektrischen Strom.