Was tun, wenn sich der obere Rand der Stützstrümpfe unangenehm einrollt?

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Dass sich der obere Rand von Kompressions- oder Stützstrümpfen einrollt, ist ein häufiges Problem. Es ist nicht nur unbequem, sondern kann auch den Blutfluss einschnüren („Abschnüreffekt“).

Hier sind die besten Tipps und Lösungen, unterteilt in kurzfristige Hilfe und langfristige Strategien:

1. Die richtige Technik beim Anziehen

  • Nicht ziehen, sondern streichen: Ziehen Sie den Strumpf niemals am oberen Rand nach oben. Benutzen Sie stattdessen Gummihandschuhe (Noppenhandschuhe aus dem Sanitätshaus). Damit können Sie das Gestrick Stück für Stück von unten nach oben gleichmäßig am Bein verteilen. Wenn das Material oben zu sehr unter Spannung steht, rollt es sich fast zwangsläufig ein.
  • Gleichmäßige Verteilung: Achten Sie darauf, dass sich keine Stoffreserven in der Kniekehle oder am Knöchel ansammeln.

2. Reinigung des Haftrandes (Silikonrand)

Wenn Ihre Strümpfe einen Silikon-Haftrand haben, verliert dieser durch Hautschuppen, Schweiß oder Cremereste an Grip.

  • Tägliches Waschen: Waschen Sie die Strümpfe (oder zumindest den Haftrand) nach jedem Tragen. Das reaktiviert die Haftkraft des Silikons.
  • Alkohol-Trick: Wischen Sie den Silikonstreifen zwischendurch mit einem Tuch und etwas Reinigungsalkohol oder klarem Wasser ab, um Fettfilme zu entfernen.

3. Hautpflege beachten

  • Keine fettigen Cremes: Benutzen Sie morgens vor dem Anziehen keine Körperlotion oder Hautöl an den Beinen. Das Fett löst die Haftung des Silikons.
  • Spezielle Schaumcremes: Wenn Sie unter trockener Haut leiden (die die Strümpfe rutschen lässt), nutzen Sie spezielle Kompressions-Pflegeschaum-Produkte aus dem Sanitätshaus. Diese ziehen sofort ein und verbessern den Halt sogar.

4. Der "Hautkleber" (Geheimtipp)

Es gibt speziellen Körperkleber (oft „It Stays“ genannt), der wie ein Deostick auf die Haut aufgetragen wird. Er ist wasserlöslich, hinterlässt keine Flecken und fixiert den Strumpfrand sicher auf der Haut. Das ist oft die effektivste Lösung bei schwierigen Beinformen.

5. Den Sitz überprüfen (Passform)

Wenn der Strumpf ständig rollt, kann das an der Anatomie oder einer falschen Größe liegen:

  • Zu lang: Wenn der Strumpf zu lang für Ihr Bein ist, schieben Sie das überschüssige Material nach oben, wo es sich dann einrollt.
  • Zu eng: Wenn der Rand in das weiche Gewebe einschneidet, entsteht eine Wulst, die den Rand nach unten drückt/rollt.
  • Falscher Haftrand: Es gibt verschiedene Arten von Hafträndern (Noppenband, Spitzenband, durchgehendes Silikonband). Bei sehr weichem Gewebe oder konischen Oberschenkeln ist oft ein Noppenhaftrand besser, da er die Haut atmen lässt und punktueller haftet.

6. Alternativen in Betracht ziehen

  • Andere Ausführung: Wenn Schenkelstrümpfe (AG) bei Ihrer Beinform immer rollen, könnte eine Strumpfhose (AT) die bessere Wahl sein.
  • Maßanfertigung: Falls Sie Standardgrößen tragen, lassen Sie im Sanitätshaus noch einmal nachmessen. Oft hilft der Wechsel auf eine Maßanfertigung mit einem breiteren Haftrand.

Zusammenfassend: Probieren Sie zuerst das Reinigen des Haftrandes und die Benutzung von Gummihandschuhen beim Anziehen. Hilft das nicht, ist der Körperkleber die günstigste und effektivste Soforthilfe. Wenn das Problem dauerhaft besteht, sollten Sie das Sanitätshaus aufsuchen, um die Passform zu prüfen.