Was sind die häufigsten Gründe für Schmerzen beim Einführen einer Menstruationstasse?
Schmerzen beim Einführen einer Menstruationstasse sind ein häufiges Problem, besonders zu Beginn der Anwendung. Meistens liegt es nicht an einem medizinischen Problem, sondern an der Handhabung oder dem gewählten Modell.
Hier sind die häufigsten Gründe und Tipps, was du dagegen tun kannst:
1. Falsche Größe oder zu harter Härtegrad
Menstruationstassen gibt es in verschiedenen Größen und Weichheitsgraden.
- Zu groß: Eine zu große Tasse lässt sich schwerer falten und übt beim Einführen zu viel Druck auf die Scheidenwände aus.
- Zu hart: Sportliche Menschen haben oft einen starken Beckenboden und brauchen festere Tassen. Wenn das Gewebe jedoch empfindlich ist, kann eine harte Tasse (oft als „Sport“-Modell deklariert) Schmerzen verursachen.
- Lösung: Probiere ein kleineres oder weicheres Modell aus „Soft“-Silikon.
2. Mangelnde Gleitfähigkeit (Trockenheit)
Besonders an den schwächeren Tagen der Periode oder wenn man die Tasse zwischendurch ausprobiert, kann die Scheide trocken sein. Silikon auf trockener Schleimhaut erzeugt Reibung, was brennen oder stechen kann.
- Lösung: Verwende ein wasserbasiertes Gleitgel. Ein kleiner Klecks am Rand der gefalteten Tasse wirkt oft Wunder. Alternativ hilft es, die Tasse einfach mit kaltem Wasser anzufeuchten.
3. Die falsche Falttechnik
Die klassische „C-Faltung“ ist zwar bekannt, macht die Tasse am oberen Ende aber recht breit. Das kann beim Einführen unangenehm sein.
- Lösung: Probiere die „Punch-Down“-Faltung (eine Seite des Randes nach innen drücken) oder die „7-Faltung“. Diese Techniken machen die Spitze der Tasse deutlich schmaler, was das Einführen erleichtert.
4. Falscher Einführwinkel
Die menschliche Vagina verläuft nicht senkrecht nach oben, sondern eher leicht nach hinten in Richtung Steißbein gekippt. Wenn man die Tasse gerade nach oben drückt, stößt man gegen die Vaginalwand oder den Muttermund.
- Lösung: Führe die Tasse im Sitzen oder Stehen (ein Bein auf den Wannenrand) ein und ziele dabei eher in Richtung deines unteren Rückens/Steißbeins, nicht gerade nach oben.
5. Anspannung der Beckenbodenmuskulatur
Wenn man Angst vor Schmerzen hat oder unter Stress steht, spannt sich der Beckenboden unbewusst an. Das verengt den Scheideneingang massiv.
- Lösung: Versuche, bewusst lockerzulassen. Tiefes Ausatmen während des Einführens hilft, die Muskulatur zu entspannen.
6. Anatomische Besonderheiten
- Tiefliegender Muttermund (Portio): Wenn dein Muttermund während der Periode sehr tief sitzt, kann eine Standard-Tasse dagegen stoßen, was einen dumpfen Schmerz oder ein Druckgefühl auslöst. Hier hilft ein spezielles Modell für einen tiefen Muttermund (kurze Tassen/„Low Cervix“).
- Jungfernhäutchen (Hymen): Bei Menschen, die noch keinen Geschlechtsverkehr oder keine Tampons benutzt haben, kann das Hymen noch sehr eng sein, was das Einführen schmerzhaft macht.
7. Reizungen oder Infektionen
Wenn das Einführen plötzlich schmerzhaft ist, obwohl es früher gut geklappt hat, könnte eine unentdeckte Infektion (z. B. ein Pilz oder eine bakterielle Vaginose) vorliegen. Die Schleimhaut ist dann gereizt und empfindlich.
Wann solltest du zum Arzt?
- Wenn die Schmerzen auch nach dem Einführen anhalten (ein leichtes Druckgefühl ist am Anfang normal, stechende Schmerzen nicht).
- Wenn du Brennen, Juckreiz oder ungewöhnlichen Ausfluss bemerkst.
- Wenn du den Verdacht auf Vaginismus (unwillkürliche Verkrampfung der Beckenbodenmuskulatur) hast.
Kurzer Tipp zum Schluss: Übe das Einführen am besten unter der Dusche, wenn du entspannt bist und warmes Wasser die Muskeln lockert. Wenn es gar nicht geht, ist vielleicht eine Menstruationsdisk eine schmerzfreie Alternative, da diese anders platziert wird und keinen Unterdruck erzeugt.