Warum kann das Spülen der Nase mit reinem Leitungswasser ohne Salz zu Schmerzen führen?

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Das schmerzhafte Brennen beim Spülen der Nase mit reinem Leitungswasser liegt an einem biologischen Prozess namens Osmose.

Hier ist die einfache Erklärung, was dabei in deiner Nase passiert:

1. Der Unterschied im Salzgehalt

Die Zellen deiner Nasenschleimhaut enthalten eine ganz bestimmte Konzentration an Salzen und Mineralien (etwa 0,9 %). Man nennt dies eine isotonische Konzentration. Leitungswasser hingegen ist „süß“, das heißt, es enthält fast kein Salz.

2. Der Prozess der Osmose

Die Natur strebt immer nach einem Ausgleich. Wenn das salzarme Leitungswasser auf die salzhaltigen Zellen der Schleimhaut trifft, versucht der Körper, den Konzentrationsunterschied auszugleichen. Da das Salz nicht einfach aus den Zellen herauswandern kann, passiert das Gegenteil: Das Leitungswasser dringt mit Kraft in die Zellen der Nasenschleimhaut ein, um das dortige Salz zu „verdünnen“.

3. Warum es wehtut

Durch das eindringende Wasser schwellen die Zellen der Schleimhaut schlagartig an. Dieser plötzliche Druckreiz und das Aufquellen der Zellen irritieren die empfindlichen Nervenenden in der Nase. Das wird vom Gehirn als brennender oder stechender Schmerz registriert.

Die Lösung: Die isotonische Salzlösung

Um schmerzfrei zu spülen, muss man dem Wasser genau so viel Salz hinzufügen, dass es dem Salzgehalt des Körpers entspricht.

  • Das Mischverhältnis: Etwa 0,9 Gramm Salz auf 100 ml Wasser (oder ca. 2,5 g auf 250 ml – das ist meist ein gestrichener Teelöffel).
  • Man nennt dies eine isotonische Kochsalzlösung. Da hier der Salzgehalt innen und außen gleich ist, findet kein übermäßiger Wasseraustausch statt, und die Spülung fühlt sich angenehm und natürlich an.

Wichtiger Sicherheitshinweis zum Leitungswasser:

Neben den Schmerzen gibt es noch einen hygienischen Grund, vorsichtig zu sein: Leitungswasser ist zwar Trinkwasser, aber nicht steril. In sehr seltenen Fällen können Keime oder Amöben im Wasser enthalten sein.

  • Empfehlung: Verwende für Nasenspülungen am besten abgekochtes (und wieder abgekühltes) Wasser oder destilliertes Wasser in Kombination mit speziellem Nasenspülsalz aus der Apotheke oder Drogerie.
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