Warum verursacht die Menstruationstasse ein unangenehmes Druckgefühl auf die Blase?
Dass eine Menstruationstasse Druck auf die Blase ausübt, ist ein relativ häufiges Problem. Da die Anatomie im Beckenbereich sehr eng beieinanderliegt, beeinflussen sich die Organe gegenseitig.
Hier sind die Hauptgründe, warum es zu diesem unangenehmen Druckgefühl kommt:
1. Die Anatomie (Nachbarschaft von Vagina und Blase)
Die Vagina und die Harnblase liegen direkt nebeneinander, nur getrennt durch eine dünne Gewebewand (die Scheidenwand). Wenn du eine Menstruationstasse einführst, dehnt diese die Scheidenwände leicht auf. Ist der Druck zu stark, wird er direkt an die Blase oder die Harnröhre weitergegeben. Das kann das Gefühl auslösen, ständig Wasser lassen zu müssen, oder sogar das Urinieren erschweren.
2. Der Härtegrad der Tasse (Zu fest)
Dies ist die häufigste Ursache. Menstruationstassen gibt es in verschiedenen Härtegraden (Shore-Härte).
- Sport-Cups: Diese sind sehr fest, damit sie bei starker Beckenbodenmuskulatur nicht eingedrückt werden und auslaufen.
- Das Problem: Ein zu fester Silikonrand drückt mechanisch gegen die Blasenwand. Wenn du einen empfindlichen Beckenbereich hast, ist eine "normale" oder "harte" Tasse oft zu unnachgiebig.
3. Die Größe und Form (Zu groß oder zu breit)
Wenn der Durchmesser der Tasse zu groß für deine Anatomie ist, spannt sie das Gewebe zu stark. Auch die Form spielt eine Rolle: Tassen mit einem sehr ausgeprägten, dicken Rand üben oft mehr punktuellen Druck aus als Tassen mit einem flacheren Übergang.
4. Die Positionierung
Die Tasse sitzt vielleicht zu hoch oder zu tief.
- Sitzt sie zu weit oben, kann sie gegen den Muttermund oder den empfindlichsten Teil der Blase drücken.
- Sitzt sie zu tief, drückt sie eher auf die Harnröhre, was den Harnfluss behindern kann.
5. Das Vakuum
Um abzudichten, saugt sich die Tasse fest. Ist das Vakuum sehr stark oder die Tasse sehr unflexibel, kann dieser Sog als unangenehmes Ziehen oder Druckgefühl wahrgenommen werden, das bis in die Blase ausstrahlt.
Was kannst du dagegen tun?
- Einen weicheren Cup wählen: Suche nach Modellen, die explizit als "Soft" gekennzeichnet sind. Diese geben dem Druck der Blase eher nach, statt dagegenzuhalten.
- Kleinere Größe probieren: Manchmal hilft schon ein Wechsel auf die nächstkleinere Größe, um den Druck zu mindern.
- Position variieren: Versuche, die Tasse etwas tiefer oder leicht schräg zu platzieren (je nachdem, wie dein Muttermund steht).
- Alternative "Menstruationsscheibe" (Disc): Wenn du anatomisch bedingt immer Probleme mit dem Druck von Tassen hast, könnte eine Menstruationsscheibe die Lösung sein. Diese wird nicht durch Unterdruck gehalten, sondern hinter dem Schambein eingehakt. Da sie kein Vakuum benötigt und aus sehr dünnem Material besteht, verursacht sie fast nie Druck auf die Blase.
Wichtig: Ein leichtes Fremdkörpergefühl ist am Anfang normal, aber Schmerzen oder das Gefühl, nicht mehr richtig pinkeln zu können, solltest du nicht ignorieren. In diesem Fall ist die Tasse wahrscheinlich nicht das richtige Modell für dich.