Was sind die chemischen Hauptbestandteile von Geschirrspülmittel?
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Die chemischen Hauptbestandteile von Geschirrspülmittel hängen stark davon ab, ob es sich um Spülmittel für die Handwäsche oder um Reiniger für die Spülmaschine handelt. Beide haben unterschiedliche Aufgaben und Wirkungsweisen.
Hier ist die Aufschlüsselung der wichtigsten Inhaltsstoffe:
1. Handgeschirrspülmittel
Das Hauptziel ist hier die Fettlösung und die Hautverträglichkeit.
- Tenside (waschaktive Substanzen): Der wichtigste Bestandteil (meist 10–30 %). Sie setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab, damit es Fett und Schmutz umschließen und abtransportieren kann.
- Anionische Tenside: Haben eine hohe Reinigungskraft und schäumen stark (z. B. Fettalkoholethersulfate).
- Amphotere Tenside: Verbessern die Hautverträglichkeit und unterstützen die Reinigung.
- Lösungsmittel & Hilfsstoffe: Damit das Konzentrat flüssig und stabil bleibt, werden z. B. Ethanol (Alkohol) oder Natriumcumolsulfonat beigemischt.
- Hautschonende Zusätze: Da die Hände mit dem Mittel in Kontakt kommen, werden oft Rückfetter oder pflegende Stoffe wie Aloe Vera, Glycerin oder Harnstoff zugesetzt.
- Duft- und Farbstoffe: Für die Ästhetik und den Geruch (z. B. Limonene für Zitrusduft).
- Konservierungsmittel: Verhindern, dass das wasserhaltige Produkt in der Flasche verkeimt.
- pH-Regulatoren: Meist wird Citronensäure verwendet, um den pH-Wert hautneutral einzustellen.
2. Maschinengeschirrspülmittel (Tabs, Pulver, Gel)
Diese sind deutlich aggressiver, da sie bei hohen Temperaturen arbeiten und Proteine sowie Stärke chemisch spalten müssen. Sie dürfen nicht schäumen.
- Builder (Enthärter/Gerüststoffe): Sie binden Kalk im Wasser, damit keine Flecken auf dem Geschirr entstehen und die Maschine nicht verkalkt. Früher wurden Phosphate genutzt (heute aus Umweltschutzgründen verboten), heute nutzt man meist:
- Citrate (Salze der Zitronensäure)
- Polycarboxylate
- Zeolithe
- Alkalien (Basen): Sie sorgen für einen hohen pH-Wert (oft 9 bis 11), was Fette verseift und Speisereste aufquillt. Häufig verwendet werden Natriumcarbonat (Soda) und Natriumsilikate.
- Bleichmittel (auf Sauerstoffbasis): Entfernen farbige Flecken wie Tee- oder Kaffeerückstände. Meist wird Natriumpercarbonat verwendet.
- Enzyme: Sie spalten hartnäckige organische Verschmutzungen bei niedrigeren Temperaturen.
- Proteasen: Spalten Eiweiße (Fleisch, Ei, Milch).
- Amylasen: Spalten Stärke (Nudeln, Kartoffeln, Reis).
- Nichtionische Tenside: In geringer Konzentration enthalten, um die Benetzung des Geschirrs zu verbessern. Sie sind schaumarm, da Schaum die Pumpe der Maschine beschädigen könnte.
- Korrosionsschutzmittel: Schützen Silberbesteck vor dem Anlaufen und Glas vor Glaskorrosion.
3. Klarspüler (Zusatz für die Maschine)
Klarspüler sorgt dafür, dass das Wasser flächig vom Geschirr abläuft und keine Tropfenflecken hinterlässt.
- Nichtionische Tenside: Verringern die Oberflächenspannung extrem stark.
- Säuren (z. B. Citronensäure): Neutralisieren alkalische Reinigerreste und lösen Kalkschleier.
- Lösungsmittel: Wie Ethanol oder Isopropanol, um die Trocknung zu beschleunigen.
Zusammenfassung der Unterschiede
| Merkmal | Handspülmittel | Maschinenspülmittel |
|---|---|---|
| pH-Wert | Neutral (ca. 5,5–7) | Alkalisch (ca. 9–11) |
| Schaumbildung | Erwünscht (hoch) | Unerwünscht (kein Schaum) |
| Hauptwirkstoff | Tenside | Builder, Alkalien, Enzyme |
| Besonderheit | Hautschonung wichtig | Protein- & Stärkespaltung wichtig |