Warum darf herkömmliches Geschirrspülmittel nicht in die Spülmaschine gefüllt werden?
Herkömmliches Handspülmittel darf aus einem sehr einfachen, aber folgenschweren Grund nicht in die Spülmaschine: Es schäumt extrem stark.
Hier sind die Details, warum das ein Problem ist:
1. Die "Schaumparty" in der Küche
Spülmaschinen arbeiten mit hohem Wasserdruck und rotierenden Sprüharmen. Handspülmittel ist darauf ausgelegt, schon bei wenig Bewegung viel Schaum zu erzeugen (um Fett zu lösen und dem Nutzer zu signalisieren: „Hier wird gereinigt“). Wird dieses Mittel in die Maschine gegeben, verwandeln die Sprüharme das Wasser-Spülmittel-Gemisch in kürzester Zeit in riesige Mengen stabilen Schaums. Dieser dehnt sich so weit aus, dass er aus der Türdichtung der Maschine austritt und Ihre Küche unter Wasser (oder Schaum) setzt.
2. Funktionsstörung der Maschine
Die Spülmaschine benötigt flüssiges Wasser, um Druck aufzubauen.
- Luft statt Wasser: Der Schaum enthält viel Luft. Die Umwälzpumpe der Maschine kann diesen Schaum nicht richtig ansaugen und pumpen. Dadurch bricht der Wasserdruck zusammen, die Sprüharme hören auf sich zu drehen, und das Geschirr wird nicht sauber.
- Fehlermeldungen: Moderne Maschinen haben Sensoren, die erkennen, wenn Luft statt Wasser gepumpt wird oder wenn Wasser in die Bodenwanne läuft (Leckage-Schutz). Die Maschine bricht das Programm mit einer Fehlermeldung ab.
3. Gefahr von Schäden
Wenn Schaum in das Innere der Maschine gelangt, wo eigentlich nur Luft oder Elektronik sein sollte (z. B. in die Belüftungskanäle oder die Bodenwanne), kann dies zu Kurzschlüssen oder langfristigen Korrosionsschäden führen. Im schlimmsten Fall wird die Pumpe beschädigt, wenn sie "trocken" läuft, weil sie nur noch Schaum bewegt.
4. Unterschiedliche Wirkungsweise
Handspülmittel und Maschinenspülmittel (Tabs/Pulver) funktionieren chemisch völlig anders:
- Handspülmittel setzt auf milde Tenside, die Fett lösen, aber die Haut nicht angreifen. Es reinigt vor allem durch die mechanische Reibung mit dem Schwamm oder der Bürste.
- Maschinenspülmittel enthält Enzyme und Bleichmittel, die Speisereste bei hohen Temperaturen chemisch zersetzen, da in der Maschine die mechanische Reibung fehlt.
Was tun, wenn es doch passiert ist?
Falls Sie oder jemand anderes versehentlich Handspülmittel eingefüllt hat:
- Sofort abbrechen: Schalten Sie die Maschine sofort aus.
- Schaum entfernen: Schöpfen Sie so viel Schaum wie möglich mit einer Schüssel oder einem Handtuch heraus.
- Spülen: Gießen Sie mehrere Liter kaltes Wasser in die Maschine und lassen Sie das Abpumpprogramm laufen. Wiederholen Sie das, bis kein Schaum mehr kommt.
- Hausmittel-Trick: Ein Schuss Speiseöl oder etwas Essig kann helfen, den Schaum schneller zu zersetzen. Geben Sie ein wenig davon in die Maschine und lassen Sie sie kurz laufen.
- Trocknen lassen: Wenn Wasser in die Bodenwanne gelaufen ist (Fehlermeldung „E15“ bei vielen Geräten), muss die Maschine oft erst 24 Stunden trocknen, bevor sie wieder startet.