Was hat es mit dem Brauch des „Senf-Berliners“ auf sich?

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Der Brauch des Senf-Berliners ist ein klassischer Scherz, der vor allem in Deutschland zu zwei Anlässen Hochkonjunktur hat: zu Silvester und in der Karnevalszeit (Fasching).

Hier ist das Wichtigste dazu im Überblick:

1. Was genau passiert da?

Bei einer größeren Menge an Berlinern (in manchen Regionen auch Krapfen oder Pfannkuchen genannt), die für eine Feier gekauft werden, ist einer der Berliner nicht mit der üblichen süßen Konfitüre (Erdbeere, Himbeere, Pflaumenmus) gefüllt, sondern mit scharfem Senf. Äußerlich ist dieser Berliner nicht von den anderen zu unterscheiden, da er meist genauso mit Puderzucker bestäubt oder mit Zuckerguss überzogen ist.

2. Der „Russisch Roulette“-Effekt

Der Reiz des Brauchs liegt im Zufallsprinzip. Die Berliner werden auf einer Platte serviert, und jeder Gast greift zu. Niemand weiß, wen es trifft. Wenn die Person dann herzhaft in das süße Gebäck beißt und stattdessen die scharfe Senffüllung im Mund hat, ist das Gelächter der restlichen Gruppe groß.

3. Was bedeutet es, den Senf-Berliner zu ziehen?

Die Deutung variiert je nach Region und Freundeskreis:

  • Pechvogel: Meistens gilt man einfach als das „Opfer“ des Streiches. In manchen Runden muss derjenige, der den Senf-Berliner erwischt, die nächste Runde Getränke zahlen oder die nächste Ladung Berliner spendieren.
  • Glücksbringer: In manchen Traditionen wird es paradoxerweise als Glückszeichen für das neue Jahr gewertet, wenn man den Senf-Berliner zieht (ähnlich wie die Bohne im Dreikönigskuchen).

4. Warum ausgerechnet an Silvester und Karneval?

  • Silvester: Das neue Jahr wird oft mit Spielen und Orakeln (wie Bleigießen) begrüßt. Der Senf-Berliner passt als spielerisches Element gut in die Partystimmung.
  • Karneval/Fasching: Dies ist die Zeit der Narren, in der man sich gegenseitig Streiche spielt. Der Senf-Berliner ist ein harmloser „Narrenstreich“.

5. Regionale Unterschiede

Interessanterweise ist der Brauch im Norden und Westen Deutschlands (wo man „Berliner“ sagt) sowie im Osten (wo man „Pfannkuchen“ sagt) sehr verbreitet. Im Süden (Bayern/Österreich), wo die „Krapfen“ traditionell mit Marillenmarmelade gefüllt sind, ist der Brauch zwar bekannt, wird aber manchmal als „Sakrileg“ an der Backkunst angesehen.

Kleiner Tipp für Gastgeber: Wenn man den Brauch selbst ausprobieren möchte, sollte man sicherstellen, dass keine Allergiker dabei sind und dass der Senf nicht zu extrem scharf ist, damit der Spaß ein Spaß bleibt! Manche Bäcker bieten auf Bestellung sogar Berliner mit noch kreativeren (oder fieseren) Füllungen wie Zwiebeln oder Meerrettich an.

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