Was bedeutet der RDA-Wert auf einer Zahnpastapackung?
Der RDA-Wert steht für Relative Dentin Abrasion. Er ist ein Maßstab dafür, wie stark eine Zahnpasta die Zahnsubstanz (insbesondere das Dentin, also das Zahnbein) beim Putzen abträgt.
Einfach gesagt: Er gibt an, wie viele Schleifkörper (Putzpartikel) in der Zahnpasta enthalten sind und wie „grob“ diese wirken.
Hier ist eine Übersicht, was die verschiedenen Werte bedeuten und welcher Wert für wen geeignet ist:
1. Die Einteilung der RDA-Werte
- RDA 0–30: Sehr geringe Abrasion. Geeignet für sehr empfindliche Zähne, freiliegende Zahnhälse oder für Kinder (Milchzähne).
- RDA 30–50: Geringe Abrasion. Ideal für sensible Zähne und die tägliche Reinigung bei empfindlichem Zahnschmelz.
- RDA 50–80: Mittlere Abrasion. Das ist der Standardwert für gesunde Zähne und die tägliche Anwendung. Die meisten herkömmlichen Zahnpasten liegen in diesem Bereich.
- RDA 80–100: Hohe Abrasion. Diese Pasten haben eine stärkere Reinigungswirkung, sollten aber bei empfindlichem Zahnfleisch oder dünnem Schmelz vorsichtig verwendet werden.
- RDA über 100: Sehr hohe Abrasion. Oft bei „Whitening“-Zahnpasten oder Produkten gegen starke Verfärbungen (z. B. für Raucher) zu finden. Diese sollten meist nicht dauerhaft oder nur mit Vorsicht benutzt werden.
2. Warum ist der Wert wichtig?
Jede Zahnpasta benötigt Putzkörper (meist Siliziumverbindungen oder Marmorpulver), um Plaque und Verfärbungen (von Kaffee, Tee, Wein) zu entfernen.
- Zu niedriger RDA: Die Zähne werden eventuell nicht richtig sauber, und Verfärbungen bleiben bestehen.
- Zu hoher RDA: Bei täglicher Anwendung und zu viel Druck kann der Zahnschmelz im Laufe der Jahre buchstäblich „weggeschmirgelt“ werden. Besonders gefährlich ist das bei freiliegenden Zahnhälsen, da das dortige Dentin viel weicher ist als der Schmelz.
3. Was man beachten sollte
- Putztechnik und Druck: Der RDA-Wert ist nicht allein entscheidend. Wer mit einer harten Zahnbürste und viel Druck putzt, richtet auch mit einer RDA-70-Zahnpasta Schaden an. Eine elektrische Zahnbürste reguliert den Druck oft automatisch.
- Whitening-Zahnpasten: Viele „Weißmacher“-Zahnpasten haben hohe RDA-Werte (oft über 100). Sie „bleichen“ die Zähne nicht chemisch, sondern schmirgeln oberflächliche Verfärbungen mechanisch ab. Für den täglichen Gebrauch sind sie nur bedingt zu empfehlen, wenn man empfindliche Zähne hat.
- Kennzeichnung: Leider ist die Angabe des RDA-Werts auf der Verpackung in der EU nicht gesetzlich vorgeschrieben. Viele Hersteller drucken ihn freiwillig auf die Tube oder geben ihn auf ihrer Website an.
Fazit: Für die meisten Menschen ist eine Zahnpasta mit einem RDA-Wert zwischen 50 und 80 die beste Wahl für die tägliche Pflege. Wenn Sie schmerzempfindliche Zähne haben, sollten Sie zu einem Wert unter 50 greifen.