Warum wurde Margarine ursprünglich im 19. Jahrhundert erfunden?

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Die Margarine wurde ursprünglich aus einem ganz praktischen und politischen Grund erfunden: Kaiser Napoleon III. von Frankreich suchte nach einem billigen und haltbaren Ersatz für Butter.

Hier sind die Details zur Entstehungsgeschichte im 19. Jahrhundert:

1. Der Wettbewerb (1869)

In den 1860er Jahren stieg der Preis für Butter in Frankreich stark an, zudem war sie knapp. Napoleon III. setzte daraufhin einen Preis für denjenigen aus, dem es gelingen würde, ein kostengünstiges Ersatzfett zu entwickeln.

2. Die Zielgruppen: Militär und Arme

Der Kaiser hatte dabei zwei Hauptgruppen im Blick:

  • Die Armee und Marine: Soldaten brauchten ein Fett, das auf langen Feldzügen oder Seereisen nicht so schnell ranzig wurde wie Butter.
  • Die arme Bevölkerung: Infolge der industriellen Revolution wuchs die Stadtbevölkerung rasant. Butter war für Arbeiterfamilien schlichtweg zu teuer geworden.

3. Der Erfinder: Hippolyte Mège-Mouriès

Der französische Chemiker Hippolyte Mège-Mouriès gewann den Wettbewerb im Jahr 1869. Er entwickelte ein Verfahren, bei dem Rindertalg mit Magermilch und Wasser emulgiert wurde. Er nannte das Produkt „Oléomargarine“.

4. Der Name

Der Name leitet sich vom griechischen Wort „margarites“ für „Perle“ ab. Das lag daran, dass die Fettsäureperlen, die Mège-Mouriès bei seiner Arbeit beobachtete, einen perlmutartigen Glanz hatten.

5. Warum war sie damals anders als heute?

Die ursprüngliche Margarine war kein rein pflanzliches Produkt, wie wir es heute kennen. Sie bestand primär aus tierischen Fetten (Rindertalg). Erst später, gegen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts, gelang es durch das Verfahren der Fetthärtung, flüssige Pflanzenöle fest zu machen, was zur modernen Pflanzenmargarine führte.

Zusammenfassend: Die Margarine war eine strategische Erfindung, um die Truppenversorgung zu sichern und die soziale Not der armen Bevölkerungsschichten durch ein bezahlbares Grundnahrungsmittel zu lindern.

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