Warum wird die Haut unter einem Pflaster nach längerer Zeit weiß und schrumpelig?

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Das Phänomen, dass die Haut unter einem Pflaster weiß und schrumpelig wird, nennt man in der Medizin Mazeration (auch „Aufweichen“ der Haut).

Es ist derselbe Effekt, den man nach einem langen Vollbad an den Fingern und Zehen beobachtet („Schrumpelfinger“). Hier ist die einfache Erklärung, warum das unter einem Pflaster passiert:

1. Der Feuchtigkeitsstau

Unsere Haut gibt ständig Feuchtigkeit ab – selbst wenn wir nicht sichtlich schwitzen (das nennt man Transepidermaler Wasserverlust). Ein normales Pflaster, besonders wenn es wasserdicht oder sehr fest klebend ist, unterbricht diesen Prozess. Die Feuchtigkeit (Schweiß und Wundsekret) kann nicht verdampfen und sammelt sich direkt auf der Hautoberfläche an.

2. Die Hornschicht quillt auf

Die oberste Schicht unserer Haut, die Hornschicht (Stratum corneum), besteht aus abgestorbenen Hautzellen. Diese Zellen wirken wie kleine Schwämme. Wenn sie über längere Zeit im "eigenen Saft" liegen, saugen sie die Feuchtigkeit auf und quellen auf.

3. Warum wird sie weiß?

Gesunde, trockene Haut ist leicht transparent und lässt das Blut in den darunterliegenden Gefäßen durchschimmern, was ihr die rosa Farbe verleiht. Wenn die Hornschicht jedoch extrem mit Wasser vollgesogen ist, verändert sich die Lichtbrechung. Die aufgequollenen Zellen streuen das Licht stärker, wodurch die Haut weißlich oder trüb erscheint.

4. Warum wird sie schrumpelig?

Da die oberste Hautschicht durch das Wasser an Volumen zunimmt, die darunterliegenden Schichten aber fest mit dem Gewebe verbunden sind und sich nicht mitausdehnen, entsteht ein Platzproblem. Die Haut muss sich in Falten legen, um die vergrößerte Oberfläche unterzubringen. Das Ergebnis ist das typische Schrumpel-Muster.

Ist das schlimm?

Kurzfristig ist eine Mazeration nicht gefährlich, aber sie hat Nachteile:

  • Barrierefunktion sinkt: Aufgeweichte Haut ist viel anfälliger für Risse und Verletzungen.
  • Infektionsgefahr: Bakterien und Pilze lieben das feucht-warme Milieu unter dem Pflaster.
  • Heilungsverzögerung: Während eine gewisse Feuchtigkeit die Wundheilung fördert, kann zu viel Nässe (Mazeration) die Wundränder schädigen und die Heilung verlangsamen.

Tipp: Wenn die Haut unter dem Pflaster weiß wird, sollte man das Pflaster wechseln, die Stelle vorsichtig trocknen lassen und eventuell auf ein luftdurchlässigeres Material (z. B. ein herkömmliches Textilpflaster statt eines wasserdichten Kunststoffpflasters) umsteigen.

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