Warum spannt die Haut oft nach der Anwendung von Waschgel?

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Das Spannungsgefühl nach dem Waschen ist ein klares Zeichen dafür, dass die Hautbarriere vorübergehend gestört ist. Es gibt dafür im Wesentlichen vier Hauptgründe:

1. Zu aggressive Tenside (Reinigungssubstanzen)

Waschgels enthalten Tenside, die Schmutz und überschüssiges Fett lösen sollen. Viele herkömmliche Produkte nutzen jedoch sehr starke Tenside (wie zum Beispiel Sodium Lauryl Sulfate oder Sodium Laureth Sulfate). Diese unterscheiden nicht zwischen schmutzigem Talg und den körpereigenen Lipiden (Fetten), die die Haut schützen. Wenn diese Schutzfette weggewaschen werden, verliert die Haut ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern, und zieht sich zusammen – das ist das Spannungsgefühl.

2. Störung des Säureschutzmantels (pH-Wert)

Unsere Haut hat einen natürlichen pH-Wert von etwa 4,5 bis 5,5, sie ist also leicht sauer. Dieser „Säureschutzmantel“ hält Bakterien fern und die Haut geschmeidig. Viele Waschgels (und besonders Seifen) sind jedoch alkalisch oder haben einen neutralen pH-Wert von 7. Das bringt das Milieu der Haut durcheinander. Die Haut braucht nach der Reinigung oft Stunden, um ihren natürlichen pH-Wert wiederherzustellen. In dieser Zeit ist sie trocken und anfällig.

3. Transepidermaler Wasserverlust (TEWL)

Wenn die schützende Fettschicht durch das Waschgel entfernt wurde, kann das Wasser in den tieferen Hautschichten ungehindert nach außen verdunsten. Dieser Prozess wird „Transepidermaler Wasserverlust“ genannt. Da der Haut plötzlich Wasser fehlt, verliert sie an Elastizität und fühlt sich „zu eng“ an.

4. Kalkhaltiges Wasser

Oft ist nicht nur das Waschgel schuld, sondern auch das Leitungswasser. Kalk (Kalzium und Magnesium) im Wasser kann in Verbindung mit den Tensiden des Waschgels sogenannte „Kalkseifen“ bilden. Diese legen sich wie ein unsichtbarer Film auf die Haut, trocknen sie zusätzlich aus und können Irritationen fördern.


Was kann man dagegen tun?

  • Milde Tenside wählen: Achte auf Produkte ohne Sulfate. Suche nach Inhaltsstoffen wie Coco-Glucoside oder Sugar Surfactants.
  • pH-hautneutrale Produkte: Nutze Reinigungsprodukte, die explizit als „pH-hautneutral“ (pH 5,5) gekennzeichnet sind.
  • Reinigungsmilch oder Öl statt Gel: Wenn du zu trockener Haut neigst, sind Reinigungsöle oder -milch besser geeignet, da sie der Haut weniger Fett entziehen oder sie sogar rückfetten.
  • Lauwarmes Wasser: Zu heißes Wasser löst die hauteigenen Fette noch schneller heraus.
  • Sofort pflegen: Trage direkt nach dem Waschen (wenn die Haut noch ganz leicht feucht ist) eine Feuchtigkeitscreme auf, um die Feuchtigkeit „einzuschließen“.
  • Gesichtswasser (Toner): Ein guter, alkoholfreier Toner nach der Reinigung kann helfen, den pH-Wert sofort wieder auszugleichen und Kalkrückstände zu entfernen.
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