Warum verursacht Sonnenschutzcreme bei vielen Anwendern brennende Augen?
Dass Sonnencreme in den Augen brennt, ist ein sehr verbreitetes Problem. Es gibt dafür meist eine Kombination aus drei Hauptgründen: die Inhaltsstoffe, die Konsistenz der Creme und die Physiologie unserer Augen.
Hier sind die Details:
1. Die chemischen UV-Filter
Der häufigste Grund sind die verwendeten UV-Filter, insbesondere chemische Filter.
- Wirkungsweise: Diese Filter (z. B. Octocrylen, Avobenzon oder Oxybenzon) ziehen in die Haut ein und wandeln UV-Strahlung in Wärme um.
- Reizung: Wenn diese Moleküle an die empfindliche Augenbindehaut gelangen, wirken sie dort als Reizstoffe. Besonders Octocrylen steht im Verdacht, bei vielen Menschen Brennen und Tränen auszulösen.
2. Das „Kriechen“ der Inhaltsstoffe
Sonnencremes enthalten oft Öle und Emulgatoren, damit sie sich gut verteilen lassen und wasserfest sind.
- Migration: Diese Öle haben die Eigenschaft, auf der Haut zu „wandern“ oder zu „kriechen“. Selbst wenn man die Augenpartie beim Eincremen ausspart, kann die Creme durch die Körperwärme oder durch Schweiß langsam in Richtung Auge fließen.
- Schweiß: Wenn man schwitzt, löst der Schweiß die Inhaltsstoffe und transportiert sie direkt in die Augen.
3. Alkohol und Duftstoffe
Viele Sonnenschutzmittel enthalten Alkohol (damit sie schneller einziehen und nicht kleben) sowie Parfüm.
- Alkohol: Die Dämpfe des Alkohols können schon ausreichen, um die Augen zu reizen, selbst ohne direkten Kontakt.
- Duftstoffe: Diese gehören zu den häufigsten Allergenen und reizen die Schleimhäute der Augen massiv.
4. Der pH-Wert
Der Tränenfilm des Auges hat einen neutralen bis leicht basischen pH-Wert (ca. 7,4). Viele Sonnencremes sind eher leicht sauer eingestellt, um dem natürlichen Schutzmantel der Haut (pH ca. 5,5) zu entsprechen. Dieser Unterschied im pH-Wert führt bei Kontakt zu einem brennenden Gefühl.
Was kann man dagegen tun?
Wenn Sie empfindliche Augen haben, können folgende Tipps helfen:
- Mineralische Filter verwenden: Nutzen Sie für die Augenpartie Sonnencremes mit mineralischen Filtern (Zinkoxid oder Titandioxid). Diese dringen nicht in die Haut ein und brennen deutlich weniger bis gar nicht.
- Sonnenschutz-Sticks: Verwenden Sie für das Gesicht (besonders um die Augen) einen Sonnenstift (Stick). Diese haben eine festere, wachshaltige Konsistenz und „kriechen“ nicht so leicht wie flüssige Lotionen.
- „Eye-safe“ Produkte: Achten Sie auf den Hinweis „brennt nicht in den Augen“ oder „ophthalmologisch getestet“. Diese Produkte verzichten oft auf kriechende Öle und aggressive Filter.
- Abpudern: Wenn Sie Sonnencreme aufgetragen haben, können Sie die Augenpartie vorsichtig mit einem transparenten Puder fixieren. Das stoppt das Wandern der Creme.
- Sonnenbrille tragen: Eine gute, eng anliegende Sonnenbrille schützt die Augen physisch vor UV-Strahlen, sodass man im direkten Augenbereich weniger Creme auftragen muss.