Warum zieht die Nachtcreme bei manchen Anwendern nicht vollständig ein?
Dass eine Nachtcreme nicht vollständig einzieht und ein leicht klebriges oder fettiges Gefühl hinterlässt, ist ein häufiges Phänomen. Dafür gibt es sowohl biologische als auch produktbezogene Gründe.
Hier sind die Hauptursachen:
1. Der Hauttyp passt nicht zum Produkt
Dies ist der häufigste Grund. Nachtcremes sind in der Regel reichhaltiger formuliert als Tagescremes (sie enthalten mehr Öle und Fette).
- Problem: Wenn jemand mit fettiger Haut oder Mischhaut eine Creme für sehr trockene Haut verwendet, kann die Haut die überschüssigen Lipide (Fette) nicht aufnehmen. Sie "schwimmen" obenauf.
- Lösung: Ein leichteres Fluid oder eine Nachtpflege auf Gel-Basis wählen.
2. Fehlendes Peeling (Verhornung)
Die oberste Hautschicht besteht aus abgestorbenen Hautschüppchen.
- Problem: Wenn diese Schicht zu dick ist (Hyperkeratose), wirkt sie wie eine Barriere. Die Creme bleibt an den Schüppchen hängen, anstatt in die tieferen Schichten der Epidermis einzudringen.
- Lösung: Regelmäßige (chemische) Peelings wie AHA oder BHA helfen, diese Barriere zu lösen, damit die Pflege besser eindringen kann.
3. Zu große Auftragsmenge
Viele Anwender meinen es zu gut.
- Problem: Die Haut ist wie ein Schwamm – sie kann nur eine begrenzte Menge an Feuchtigkeit und Fett aufnehmen. Alles, was darüber hinausgeht, bleibt als Film auf der Oberfläche.
- Lösung: Eine erbsengroße Menge reicht für das Gesicht meist völlig aus.
4. Okklusive Inhaltsstoffe
Manche Nachtcremes sind bewusst so formuliert, dass sie nicht vollständig einziehen.
- Grund: Sie enthalten sogenannte Okklusivstoffe (wie Bienenwachs, Sheabutter, Paraffine oder Silikone). Diese bilden einen Schutzfilm, der verhindert, dass die Feuchtigkeit der Haut über Nacht verdunstet (transepidermaler Wasserverlust).
- Effekt: Es fühlt sich so an, als ziehe die Creme nicht ein, aber sie erfüllt in diesem Moment ihren Zweck als "Schutzschild".
5. Die Haut ist zu trocken (dehydriert)
Das klingt paradox, aber:
- Problem: Wenn die Haut extrem trocken und "rissig" ist, kann ihre Barrierefunktion gestört sein. Manchmal ist sie dann nicht in der Lage, sehr schwere Öle sofort zu verarbeiten. Zudem ziehen Cremes auf leicht feuchter Haut oft besser ein.
- Lösung: Die Creme auf die noch leicht vom Gesichtswasser feuchte Haut auftragen. Feuchtigkeit dient als "Transportmittel".
6. Die Reihenfolge der Produkte (Layering)
Werden mehrere Produkte nacheinander verwendet (z.B. Serum, Öl, Creme)?
- Problem: Wenn ein Serum mit hohem Silikonanteil oder ein Gesichtsöl vor der Creme aufgetragen wird, kann dies die Aufnahme der Creme blockieren.
- Regel: Immer von der leichtesten (wässrigen) Konsistenz zur schwersten (öligen) Konsistenz vorarbeiten.
7. Umgebungstemperatur und Durchblutung
- Problem: Kalte Haut nimmt Wirkstoffe schlechter auf, da die Poren verengt sind und die Durchblutung geringer ist.
- Lösung: Die Creme vorher kurz zwischen den Fingern anwärmen und leicht in die Haut einmassieren, um die Durchblutung zu fördern.
Zusammenfassend: Wenn die Creme am nächsten Morgen immer noch als schmieriger Film auf der Haut liegt, ist sie wahrscheinlich zu reichhaltig für Ihren aktuellen Hautzustand oder die Haut braucht ein Peeling, um wieder aufnahmefähig zu werden. Ein leichter Glanz unmittelbar nach dem Auftragen ist bei Nachtcremes hingegen oft beabsichtigt.