Warum verdunstet das Benzin in einem Sturmfeuerzeug oft so schnell?
Dass das Benzin in einem Sturmfeuerzeug (wie z. B. einem Zippo) oft schon nach einer Woche oder zwei verdunstet ist, liegt an der speziellen Konstruktion und der Chemie des Brennstoffs. Im Gegensatz zu Gasfeuerzeugen sind Benzinfeuerzeuge technisch gesehen „offene Systeme“.
Hier sind die Hauptgründe für die schnelle Verdunstung:
1. Die hohe Flüchtigkeit des Benzins
Das verwendete Feuerzeugbenzin ist ein Gemisch aus leichten Kohlenwasserstoffen. Diese sind darauf optimiert, schon bei niedrigen Temperaturen gasförmig zu werden, damit das Feuerzeug bei Kälte sofort zündet. Der Nachteil: Was leicht zündet, verdampft auch extrem schnell bei Raumtemperatur.
2. Fehlende hermetische Abdichtung
Ein Sturmfeuerzeug besteht meist aus einem Gehäuse (Case) und einem Innenteil (Inlay). Das Inlay wird einfach nur in das Gehäuse gesteckt. Es gibt keine Gummidichtung oder eine hermetische Versiegelung zwischen den Metallteilen. Luft kann also ständig zirkulieren und Benzindampf entweichen. Selbst wenn der Deckel geschlossen ist, ist dieser nicht luftdicht.
3. Der Docht als „Dauer-Verdampfer“
Der Docht steht permanent in Kontakt mit der Watte im Inneren, die mit Benzin vollgesogen ist. Durch den Kapillareffekt zieht der Docht ständig Benzin nach oben in den Bereich des Schornsteins. Dort ist die Oberfläche zur Luft hin groß, und das Benzin kann ungehindert in die Umgebung diffundieren.
4. Körperwärme (beim Tragen in der Tasche)
Wenn du das Feuerzeug in der Hosentasche trägst, erwärmt es sich durch deine Körpertemperatur auf ca. 30 Grad. Wärme beschleunigt die Bewegung der Moleküle massiv, was die Verdunstungsrate im Vergleich zur Lagerung auf einem Tisch deutlich erhöht.
5. Die große Oberfläche im Inneren
Das Benzin wird in der Watte gespeichert. Dadurch wird das Benzin auf eine riesige Oberfläche verteilt. Je größer die Oberfläche, desto schneller erfolgt der Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand.
Was kann man dagegen tun?
Obwohl die Verdunstung systembedingt ist, gibt es ein paar Tricks:
- Gummi-Dichtung (Gasket): Es gibt im Zubehörhandel kleine Gummikappen für die Unterseite des Inlays, die das Verdunsten nach unten hin verringern sollen.
- Fahrradschlauch-Trick: Ein Stück alter Fahrradschlauch, das man über den Spalt zwischen Deckel und Gehäuse zieht (wenn man das Feuerzeug länger nicht benutzt), dichtet das Gerät fast perfekt ab.
- Nicht überfüllen: Wenn Benzin unten aus dem Filz austritt, verdunstet dieses logischerweise sofort.
- Lagerung: Wenn du es nicht benutzt, lagere es an einem kühlen Ort und nicht in der Sonne oder direkt am Körper.
Fazit: Ein Benzinfeuerzeug ist ein mechanisches Kultobjekt, aber im Vergleich zu modernen Gasfeuerzeugen (die in einem geschlossenen Druckbehälter arbeiten) energetisch gesehen sehr ineffizient. Es „lebt“ davon, dass man es regelmäßig pflegt und nachfüllt.