Was tun, wenn das Material des Dichtungsrings nicht gegen das verwendete Medium (z. B. Benzin oder Öl) beständig ist?

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Wenn das Material eines Dichtungsrings nicht gegen das Medium (wie Benzin, Diesel oder Öl) beständig ist, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Eine falsche Dichtung wird früher oder später versagen, was zu Leckagen, Bränden, Umweltschäden oder Maschinenausfällen führen kann.

Hier ist die schrittweise Vorgehensweise:

1. Sofortmaßnahme: Betrieb einstellen

Sollte die Dichtung bereits verbaut und in Kontakt mit dem Medium sein, muss das System (wenn möglich) drucklos gemacht und entleert werden. Eine ungeeignete Dichtung kann innerhalb von Minuten bis Stunden quellen (weich werden und sich ausdehnen) oder verspröden (hart werden und reißen).

2. Das Problem identifizieren

Beobachten Sie, wie das Material reagiert, um den Fehler zu verstehen:

  • Quellung: Die Dichtung wird größer und schwammig. Typisch für EPDM in Kontakt mit Mineralöl.
  • Schrumpfung/Versprödung: Die Dichtung wird hart und bricht bei Berührung.
  • Auflösung: Das Material wird klebrig oder zerfällt schleimig.

3. Das richtige Material wählen

Sie müssen den Dichtungsring gegen ein Material austauschen, das chemisch gegen Kohlenwasserstoffe (Benzin/Öl) beständig ist.

Gängige Materialien für Benzin und Öl:

  • NBR (Nitrilkautschuk / Perbunan): Der Standard für Öle und Kraftstoffe bei normalen Temperaturen (bis ca. 100 °C).
  • FKM / FPM (Viton®): Sehr hochwertige Dichtung. Exzellent beständig gegen Benzin, Chemikalien und hohe Temperaturen (bis über 200 °C). Empfohlen für moderne Kraftstoffe (E10) und synthetische Öle.
  • PTFE (Teflon™): Nahezu universell beständig gegen fast alle Medien, aber sehr steif und unflexibel (schwieriger zu montieren).

Was Sie vermeiden müssen:

  • EPDM: Absolut ungeeignet für Öl und Benzin (quillt sofort auf). Es wird meist für Wasser, Dampf oder Bremsflüssigkeit verwendet.
  • Silikon (VMQ): Nur bedingt geeignet; viele Silikonarten vertragen keinen direkten Kontakt mit Kraftstoffen.

4. Austausch durchführen

  1. Reinigung: Reinigen Sie die Dichtflächen (Nut und Gegenstück) gründlich von Resten der alten, zersetzten Dichtung. Verwenden Sie Bremsenreiniger, aber lassen Sie ihn verfliegen, bevor Sie die neue Dichtung einsetzen.
  2. Sichtprüfung: Prüfen Sie, ob die Metallflächen durch die Leckage oder die chemische Reaktion angegriffen wurden (Korrosion).
  3. Einbau: Setzen Sie den neuen Ring (z. B. aus FKM oder NBR) vorsichtig ein. Achten Sie darauf, ihn nicht über scharfe Kanten zu ziehen.

5. Beständigkeitstabellen nutzen

Wenn Sie unsicher sind, schauen Sie in eine Chemische Beständigkeitsliste (online bei vielen Dichtungsherstellern verfügbar). Dort geben Sie das Medium (z. B. "Super Benzin") und das Material (z. B. "FKM") ein.

Zusammenfassung: Welches Material für was?

Medium Empfohlenes Material Ungeeignetes Material
Benzin / Diesel FKM (Viton), NBR EPDM, Naturkautschuk
Motoröl / Getriebeöl NBR, FKM, ACM EPDM
Bremsflüssigkeit EPDM NBR, FKM (Viton wird hier zerstört!)
Heißwasser / Dampf EPDM NBR

Hinweis: Im Zweifel ist FKM (Viton, meist dunkelgrün oder schwarz) bei ölhaltigen Medien fast immer die sicherste, wenn auch teurere Wahl.

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