Was ist die Ursache dafür, dass eine Holzschraube im Material "überdreht" und keinen Halt mehr findet?

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Das „Überdrehen“ einer Holzschraube passiert, wenn das von der Schraube in das Holz geschnittene Innengewinde zerstört wird.

Stellen Sie sich vor, das Gewinde der Schraube ist wie ein Anker, der sich in den Holzfasern festkrallt. Wenn diese Fasern wegbrechen oder zermahlen werden, verliert die Schraube ihren Halt und dreht hohl.

Hier sind die physikalischen und praktischen Ursachen im Detail:

1. Zu hohes Drehmoment (Die häufigste Ursache)

Wenn die Schraube bereits fest am Material anliegt (der Schraubenkopf zieht fest), man aber mit dem Akkuschrauber oder Schraubendreher weiterdreht, übersteigt die Kraft die Scherkraft des Holzes. Das Metallgewinde wirkt dann wie eine Fräse und schneidet die Holzfasern, die eigentlich das Gewinde halten sollten, einfach weg.

2. Zu weiches oder beschädigtes Material

  • Holzart: In weichen Hölzern (Fichte, Kiefer) oder Spanplatten passiert das Überdrehen viel schneller als in Hartholz (Eiche, Buche), da die Fasern weniger Widerstand leisten.
  • Morsch oder feucht: Wenn das Holz verrottet, feucht oder durch Alterung instabil ist, haben die Fasern keinen Zusammenhalt mehr und zerbröseln beim Eindrehen der Schraube.

3. Falsches Vorbohren

  • Bohrer zu groß: Wenn der Vorbohrer fast so dick ist wie die Schraube inklusive Gewinde, bleibt nicht genug Fleisch übrig, in das sich das Gewinde schneiden kann.
  • Gar nicht vorgebohrt (bei Hartholz): Dies kann dazu führen, dass das Holz reißt. In dem Riss hat die Schraube dann ebenfalls keinen seitlichen Halt mehr.

4. Zu kurzes Gewinde oder falscher Schraubentyp

  • Wenn die Schraube zu kurz ist, greifen nur wenige Gewindegänge im Material. Die gesamte Last verteilt sich auf eine kleine Fläche, die dann schnell nachgibt.
  • Wird eine Schraube mit sehr feinem Gewinde (z. B. Metallscharube) in Holz gedreht, finden die feinen Gänge im faserigen Holz keinen Halt und "zermahlen" es nur.

5. Wiederholtes Ein- und Ausschrauben

Holz ist kein elastisches Material wie Gummi. Jedes Mal, wenn man eine Schraube in dasselbe Loch hinein- und wieder herausdreht, werden die Holzfasern weiter abgenutzt und geschwächt, bis das Loch schließlich zu groß ist.


Was kann man tun, wenn es passiert ist?

Wenn die Schraube bereits überdreht ist, gibt es ein paar klassische Handwerkertricks:

  1. Streichholz-Trick: Ein oder zwei Streichhölzer (oder Zahnstocher) mit etwas Holzleim in das Loch stecken, abbrechen und die Schraube erneut reindrehen. Die zusätzlichen Fasern füllen das Loch auf.
  2. Größere Schraube: Eine Schraube mit einem größeren Durchmesser verwenden.
  3. Holzdübel: Das Loch aufbohren, einen Holzdübel einleimen und nach dem Trocknen neu (und kleiner) bohren.
  4. Spezialfüller: Es gibt spezielle 2-Komponenten-Knete oder Holzspachtelmasse für solche Reparaturen.
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