Was genau versteht man unter einem Sturmfeuerzeug?
Unter einem Sturmfeuerzeug versteht man ein Feuerzeug, das speziell so konstruiert ist, dass seine Flamme auch bei starkem Wind oder Zugluft nicht erlischt. Während herkömmliche Feuerzeuge (wie die klassischen Einwegfeuerzeuge) schon bei einer leichten Brise ausgehen, bleibt die Flamme oder die Hitzequelle eines Sturmfeuerzeugs stabil.
Es gibt im Wesentlichen drei verschiedene technische Ansätze, wie diese Windfestigkeit erreicht wird:
1. Das Benzin-Sturmfeuerzeug (Klassiker, z. B. Zippo)
Dies ist die bekannteste Form. Die Windfestigkeit wird hier rein mechanisch durch einen Lochkamin (Windschutz) erreicht.
- Funktionsweise: Ein mit Benzin getränkter Docht brennt innerhalb eines Metallgehäuses mit Löchern.
- Warum es funktioniert: Der Kamin schirmt den Docht vor direktem Wind ab. Die Löcher lassen jedoch gerade so viel Sauerstoff hinein, dass die Verbrennung aufrechterhalten wird. Zudem ist die Flamme bei Benzinfeuerzeugen meist „fester“ am Docht verankert als bei Gasfeuerzeugen.
- Besonderheit: Man muss die Flamme aktiv durch Zuklappen des Deckels „ersticken“, da sie von allein kaum ausgeht.
2. Das Gas-Sturmfeuerzeug (Jet-Flame / Turbo-Feuerzeug)
Diese Feuerzeuge nutzen meist Butangas, das unter hohem Druck durch eine sehr feine Düse gepresst wird.
- Funktionsweise: Das Gas wird mit Luft vorgemischt und mit hoher Geschwindigkeit ausgestoßen. Es entsteht eine spitze, bläuliche Flamme, die an einen Schweißbrenner erinnert.
- Warum es funktioniert: Durch den hohen Druck und die hohe Geschwindigkeit des ausströmenden Gases hat der Wind kaum eine Chance, den Gasstrom zu unterbrechen.
- Zusatz-Feature: Viele Modelle haben über der Düse einen feinen Katalysatordraht (Glühdraht). Sollte die Flamme durch einen extremen Windstoß kurz abreißen, entzündet sie sich sofort wieder an dem glühenden Draht.
3. Das Lichtbogen-Feuerzeug (Plasma-Feuerzeug)
Dies ist die modernste Form des Sturmfeuerzeugs. Es funktioniert komplett ohne Brennstoff und ohne klassische Flamme.
- Funktionsweise: Zwischen zwei oder vier Elektroden wird eine Hochspannung erzeugt, die die Luft ionisiert und einen (oder zwei überkreuzte) Lichtbögen (Plasma) entstehen lässt.
- Warum es funktioniert: Ein Lichtbogen besteht aus purer Elektrizität (ähnlich wie ein kleiner Blitz). Da es keine chemische Flamme gibt, die Sauerstoff benötigt oder weggeweht werden kann, ist dieses Feuerzeug zu 100 % winddicht. Es funktioniert sogar direkt vor einem Ventilator oder im Sturm problemlos.
Zusammenfassung der Vor- und Nachteile
| Typ | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Benzin | Kultstatus, robust, funktioniert bei extremer Kälte. | Benzin verdunstet mit der Zeit (muss regelmäßig nachgefüllt werden), riecht stark. |
| Jet-Flame (Gas) | Sehr heiß (gut für Zigarren/Lötarbeiten), präzise Flamme. | Funktioniert in großer Höhe (Sauerstoffmangel) oder bei extremer Kälte oft schlechter. |
| Lichtbogen | Kein Gas/Benzin nötig (via USB ladbar), absolut windstill. | Kleinerer Zündbereich (schwierig bei dicken Kerzendochten), hochfrequentes Piepsen beim Zünden. |
Fazit: Wenn man heute von einem Sturmfeuerzeug spricht, meint man meistens entweder den Klassiker mit Benzin (Zippo-Style) oder die moderne Jet-Flame-Variante.