Warum spritzt und funkt minderwertige Holzkohle beim Verbrennen?

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Das Spritzen und Funken von Holzkohle ist ein typisches Zeichen für minderwertige Qualität oder falsche Lagerung. Es gibt dafür im Wesentlichen drei physikalische und chemische Ursachen:

1. Restfeuchtigkeit (Der "Dampfkochtopf-Effekt")

Dies ist der häufigste Grund. Wenn die Kohle bei der Herstellung nicht vollständig durchgetrocknet wurde oder später Feuchtigkeit aus der Luft aufgenommen hat, befindet sich Wasser in den feinen Poren der Kohle.

  • Was passiert: Wenn die Kohle erhitzt wird, verdampft das eingeschlossene Wasser schlagartig. Da der Wasserdampf ein viel größeres Volumen einnimmt als flüssiges Wasser, entsteht ein enormer Innendruck.
  • Die Folge: Die Kohle platzt förmlich auseinander. Dabei werden glühende Teilchen mit hoher Geschwindigkeit weggeschleudert – das sind die Funken und das "Spritzen".

2. Unvollständige Verkohlung (Flüchtige Bestandteile)

Gute Holzkohle besteht fast nur aus Kohlenstoff. Bei minderwertiger Kohle wurde der Verkohlungsprozess (die Pyrolyse) oft vorzeitig abgebrochen, um Zeit und Kosten zu sparen.

  • Was passiert: In der Kohle verbleiben organische Verbindungen wie Harze, Teer und Gase.
  • Die Folge: Diese Stoffe entzünden sich bei Hitze sehr schnell und gasen heftig aus. Diese explosionsartige Verbrennung der Gase im Inneren der Kohlestücke führt ebenfalls zum Funkenflug und zum Knallen.

3. Die Holzart (Nadelholz statt Hartholz)

Hochwertige Grillkohle wird meist aus Harthölzern wie Buche oder Eiche hergestellt. Billige Kohle enthält oft Anteile von Weichholz oder Nadelholz (Fichte, Kiefer).

  • Das Problem: Nadelhölzer haben viele kleine Harzkanäle und eine weniger dichte Struktur. Das enthaltene Harz wirkt wie ein Brandbeschleuniger, der bei Hitze "explodiert". Zudem brennt leichtes Holz schneller und unkontrollierter ab als schweres Hartholz.

4. Fremdstoffe und Verunreinigungen

In minderwertigen Säcken findet man oft nicht nur reine Holzkohle, sondern auch Rinde, kleine Äste oder sogar Steine und Erdreste.

  • Rinde: Enthält deutlich mehr Mineralien und Harze als das Kernholz, was zu starkem Funkenflug führt.
  • Staubanteil: Ein hoher Anteil an Kohlenstaub im Sack (oft bei Billigware durch schlechten Transport) entzündet sich beim Schütten wie eine kleine Staubexplosion und sorgt für Funkenregen.

Warum ist das ein Problem?

  • Verletzungsgefahr: Funken können Brandlöcher in Kleidung brennen oder zu Augenverletzungen führen.
  • Brandgefahr: Trockenes Gras oder Markisen in der Nähe können sich entzünden.
  • Geschmack: Die flüchtigen Gase und Harze in minderwertiger Kohle können einen unangenehmen, beißenden Geschmack an das Grillgut abgeben.

Tipp: Achte beim Kauf auf Zertifizierungen wie das DIN-Prüfzeichen (DIN EN 1860-2) oder das FSC-Siegel. Hochwertige Kohle erkennst du zudem daran, dass sie beim Aneinanderschlagen der Stücke hell und fast metallisch klingt (wie Glas), anstatt stumpf und hölzern.

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