Woran erkennt man beim Kauf qualitativ hochwertige Holzkohle?
Qualitativ hochwertige Holzkohle ist entscheidend für ein gutes Grillergebnis: Sie brennt länger, wird heißer, raucht weniger und beeinflusst den Geschmack des Grillguts positiv.
Hier sind die wichtigsten Kriterien, an denen du hochwertige Holzkohle erkennst – sowohl auf der Verpackung als auch beim Blick in den Sack:
1. Achte auf die Zertifizierungen (Auf der Verpackung)
Bevor du den Sack kaufst, geben Siegel Aufschluss über Qualität und Herkunft:
- DIN EN 1860-2: Dies ist die europäische Norm für Grillkohle. Sie garantiert, dass die Kohle keine Fremdstoffe wie Pech, Bitumen oder Glas enthält und einen Mindestgehalt an Kohlenstoff aufweist.
- DINplus: Dieses Siegel ist noch strenger als die Standard-Norm. Es garantiert einen höheren Kohlenstoffgehalt, weniger Asche und eine gleichmäßigere Körnung.
- FSC- oder PEFC-Siegel: Diese stehen für nachhaltige Waldwirtschaft. Achte darauf, dass keine Hölzer aus den Tropen oder aus Raubbau verarbeitet wurden. Idealerweise stammt das Holz aus Europa (z. B. Buche oder Eiche).
2. Die Holzart
- Hartholz (Buche, Eiche, Esche): Hochwertige Kohle besteht meist aus Hartholz. Es hat eine höhere Dichte, brennt länger und erzeugt eine gleichmäßigere Hitze.
- Nadelholz: Brennt sehr schnell ab und spritzt oft Funken. Es ist meist nur in sehr billiger Kohle zu finden.
3. Die Stückigkeit (Größe der Stücke)
Wenn du den Sack vorsichtig abtastest oder hineinschaust:
- Gleichmäßige, große Stücke: Gute Kohle sollte etwa faustgroße Stücke enthalten (ca. 40–100 mm). Zu kleine Stücke fallen durch den Rost und ersticken die Luftzufuhr.
- Wenig Staub und Grus: Wenn im Sack viel Kleinstpartikel und schwarzer Staub („Grus“) sind, deutet das auf schlechte Produktion oder unsachgemäßen Transport hin. Staub brennt nicht, sondern verstopft nur die Belüftung.
4. Der Klangtest (Wenn der Sack offen ist)
Man kann die Qualität am Klang erkennen:
- Metallisches Klirren: Wenn du zwei Stücke Holzkohle aneinanderschlägst, sollte es hell und fast metallisch klingen (wie Glas). Das zeigt, dass das Holz vollständig verkohlt ist und keine Feuchtigkeit oder Harze mehr enthält.
- Dumpfer Klang: Ein dumpfes Geräusch deutet darauf hin, dass die Kohle nicht sauber durchgekohlt ist oder feucht gelagert wurde.
5. Das Aussehen
- Tiefschwarz mit Glanz: Gute Kohle ist tiefschwarz und hat oft einen leichten, bläulichen Glanz.
- Struktur: Die Holzstruktur (Jahresringe) sollte noch erkennbar sein.
- Keine Fremdkörper: Es dürfen keine Reste von behandeltem Holz (Farbe, Nägel) oder Steine im Sack sein.
6. Verhalten beim Anzünden (Praxistest)
Wenn du die Kohle bereits gekauft hast, erkennst du Qualität im Grill:
- Wenig Rauch: Gute Kohle raucht beim Anzünden kaum. Starker Qualm deutet auf unsaubere Verkohlung oder chemische Zusätze hin.
- Geruch: Sie sollte neutral oder leicht nach Holz riechen, nicht chemisch oder stechend.
- Asche: Hochwertige Kohle hinterlässt sehr wenig weiße oder leicht gelbliche Asche. Viel graue/braune Asche deutet auf einen hohen Anteil an Sand oder Rinde hin.
Zusammenfassung: Worauf beim Kauf achten?
Greife am besten zu Buchen-Holzkohle mit DINplus-Siegel und FSC-Zertifizierung. Diese ist zwar etwas teurer als die "No-Name"-Kohle vom Discounter, aber du benötigst weniger davon, sie hält die Hitze länger und ist gesünder, da keine Schadstoffe verbrannt werden.